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	<title>Lala Salama.</title>
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	<description>[Kiswaheli: Schlafe gut.]</description>
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		<title>KaLänder 2010</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 20:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich weiß, es ist etwas spät euch darauf hinzuweisen. 2010 ist schon 12 Tage alt und die meisten werden schon mindestens den einen oder anderen Kalender hängen haben. Allerdings keinen KaLänder!
Die Idee zu einem Fotokalender ist auf einem Rückkehrerseminar im September entstanden. Das Resultat sieht nicht nur sehr schön aus; mit Impressionen aus verschiedenen Ländern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß, es ist etwas spät euch darauf hinzuweisen. 2010 ist schon 12 Tage alt und die meisten werden schon mindestens den einen oder anderen Kalender hängen haben. Allerdings keinen KaLänder!</p>
<p>Die Idee zu einem Fotokalender ist auf einem Rückkehrerseminar im September entstanden. Das Resultat sieht nicht nur sehr schön aus; mit Impressionen aus verschiedenen Ländern, wo Freiwillige tätig waren. Zusätzlich verschwindet der Erlös nicht irgendwo sondern kommt zwei Projekten zugute. Eines davon in Kenya, ein anderes in Tanzania. Zweiteres sollte euch inzwischen auch nicht mehr unbekannt sein, denn es geht um die Friends of Don Bosco. Also dem Projekt, wo ich ein Jahr lang tätig war.</p>
<p>Für einen ersten Eindruck:</p>
<p><a title="Vergrößerte Ansicht unter http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/01KalaenderTitel.pdf" href="http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/01KalaenderTitel.pdf" target="_blank"><img src="http://via-weltwaerts.de/files/2009/11/01KalaenderTitel-150x150.jpg" alt="http://via-weltwaerts.de/files/2009/11/01KalaenderTitel-150x150.jpg" /></a><a title="Vergrößerte Ansicht unter http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/02KalaenderSept.pdf" href="http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/02KalaenderSept.pdf" target="_blank"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-112" title="Das September-Blatt des KaLänders" src="http://via-weltwaerts.de/files/2009/11/02KalaenderSept-150x150.jpg" alt="02KalaenderSept" width="150" height="150" /></a><a title="Vergrößerte Ansicht unter http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/03KalaenderNovemb.pdf" href="http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/03KalaenderNovemb.pdf" target="_blank"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-113" title="Das November-Blatt des KaLänders" src="http://via-weltwaerts.de/files/2009/11/03KalaenderNovemb-150x150.jpg" alt="03KalaenderNovemb" width="150" height="150" /></a><a title="Vergrößerte Ansicht unter http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/04KalaenderRueck.pdf" href="http://via-weltwaerts.de/files/2009/12/04KalaenderRueck.pdf" target="_blank"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-114" title="Rückblatt: Eine Zusammenfassung aller KaLänder-Blätter" src="http://via-weltwaerts.de/files/2009/11/04KalaenderRueck-150x150.jpg" alt="04KalaenderRueck" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Weitere Informationen findet ihr unter <a title="Öffnet http://via-weltwaerts.de/ruckkehrerprojekte/kalaender" href="http://via-weltwaerts.de/ruckkehrerprojekte/kalaender" target="_blank">http://via-weltwaerts.de/ruckkehrerprojekte/kalaender</a></p>
<p>Wenn ihr an einem KaLänder 2010 interessiert seid, der für dreizehn Euro zu haben ist, könnt ihr euch an die Kontakte auf der Informationsseite  oder aber an mich wenden. Gerne auch über das Kommentarfeld hier unten, per Mail oder Telefon.</p>
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		<title>Ein Paket bekommen und lala-salama.de &#8211; wie geht es weiter?</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 15:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da freute ich mich aber, einen Neujahrsgruß von Ulf zu bekommen, der seit August zusammen mit Sven bei FDB und Huruma die Stelle von Julius und mir besetzt. Allerdings war es weniger ein Email zum Neuen Jahr, sondern eine Überraschung.
Meine Eltern hatten irgendwann in der Zeit, als ich überfallen wurde, ein Päckchen nach Tanzania geschickt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da freute ich mich aber, einen Neujahrsgruß von Ulf zu bekommen, der seit August zusammen mit Sven bei FDB und Huruma die Stelle von Julius und mir besetzt. Allerdings war es weniger ein Email zum Neuen Jahr, sondern eine Überraschung.</p>
<p>Meine Eltern hatten irgendwann in der <a title="Ungeplantes auf lala-salama.de" href="http://lala-salama.de/?p=253" target="_blank">Zeit, als ich überfallen wurde</a>, ein Päckchen nach Tanzania geschickt. Also Mitte Juni. Ulf verkündete mir nun, dass dieses angekommen ist. Also ist es nach einem knappen halben Jahr wirklich bis nach Dar Es Salaam gelangt. Ich hatte nur noch selten mal einen Gedanken daran verschwendet, wo es denn verschwunden sein könnte. Darum war die Überraschung umso größer.</p>
<p>Blieb nur die Überlegung, was damit passieren soll. Die Entscheidung, dass Ulf und Sven es ausschlachten dürfen, war doch nicht zu schwer zu fällen. Immerhin sollen u.a. Nudeln dabei sein und ich gönne ihnen ein gutes Essen. Gerade, weil die dortigen Nudeln zwar gut, aber die hiesigen doch um einiges leckerer sind.</p>
<p>Lasst es euch schmecken, ihr beiden!</p>
<p>In eigener Sache noch eine Bemerkung: lala-salama.de fehlt im Moment natürlich der eigentliche Verwendungszweck. Ich werde demnächst einen weiteren meiner ausführlichen Berichte veröffentlichen. Abgesehen davon fehlen mir Inhalte, die hier beschreibenswert sein könnten. Darum habe ich bereits überlegt, mich von der Homepage zu verabschieden. Allerdings möchte ich mich da nicht zu früh festlegen und darum wird die Seite bis mindestens April erreichbar bleiben.</p>
<p>Ich bedenke derzeit neue Nutzungsmöglichkeiten und für Anregungen bin ich dankbar. Bis dahin grüße ich herzlich aus dem winterlichen Potsdam</p>
<p>euer JoJo//nathan</p>
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		<title>Ein paar letzte Worte aus Tanzania</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 15:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Von hier berichtet]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hatte ja mal großspurig angekündigt, jeden Monat hier einen Bericht für euch zu veröffentlichen. Doch seit dem letzten Bericht sind schon fast zwei Monate vergangen. Und so sind dies auf einmal die letzten Zeilen aus Tanzania, bevor ich morgen mit dem Emiratesflug EK726 zuerst nach Dubai und anschließend nach neun Stunden Aufenthalt mit EK059 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte ja mal großspurig angekündigt, jeden Monat hier einen Bericht für euch zu veröffentlichen. Doch seit dem letzten Bericht sind schon fast zwei Monate vergangen. Und so sind dies auf einmal die letzten Zeilen aus Tanzania, bevor ich morgen mit dem Emiratesflug EK726 zuerst nach Dubai und anschließend nach neun Stunden Aufenthalt mit EK059 weiter nach Hamburg fliege. Dort treffe ich nicht nur meine liebe Familie wieder, sondern nach 26 Stunden Trennung auch Marie. Selbige ist auch der Grund dafür, dass ich euch</p>
<ol>
<li>solange im Informationsdunkel gelassen habe,</li>
<li> dieser Artikel in der 1. Person Plural geschrieben ist und</li>
<li>der Text ein Gemeinschaftswerk ist.</li>
</ol>
<p>Marie hingegen hebt erst Donnerstag Früh mit KLM und Kenya Airways um 5:10 Uhr von Dar Es Salaam ab und trifft nach Zwischenstopps in Nairobi und Amsterdam abends in Hamburg ein. (Anm. d. Red.: So erklärt sich die Sache mit den 26 Stunden.)<span id="more-261"></span></p>
<p>Morgen Vormittag packen wir also unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von Ulf und Sven, Julius&#8217; und meinen Nachfolgern. Gastpapa Huruma wird uns beide, natürlich zu unterschiedlichen Zeiten, zum JNIA (Julius Neyerere International Airport) fahren. Für heute Abend steht die Verabschiedung bei den Friends of Don Bosco an, mit Filmgucken, einer mit Sicherheit langen Rede von Chef Evans und vielleicht drei Tränen. Trotzdem freue ich (Jonathan) mich auf Deutschland und habe auch das Gefühl, meine Arbeit hier abgeschlossen zu haben. Der letzte Monat war nämlich verplant mit Tanzania anschauen. Und zwar mit Marie. Darum wieder zurück zur Wir-Form und den Geschehnissen der letzten Wochen.</p>
<p>Der letzte Urlaubstrip ging nach Tanga, der drittgrößten Stadt Tanzanias, die dennoch gerade mal 250.000 Einwohner hat.<br />
Um euch nicht im Ferienpostkartenstil zu langweilen, folgt eine Übersicht über unsere verschiedenen Destinationen (das Wort hat Marie vorgeschlagen <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> ) und unsere Aktivitäten vor Ort.</p>
<p><strong>Tanga &#8211; 29.8. bis 3.9.</strong><br />
- Fahrradtour zu den Amboni Caves, netten Tropfsteinhöhlen, durch die unser ebenso netter Guide führte<br />
- Ausflug in die örtliche Dispensary, wo eine Urinprobe offenbarte: Marie hat Typhus. Inzwischen geht es ihr dank Tabletten wieder gut.</p>
<p><strong>Lushoto &#8211; 25. bis 28.8.</strong><br />
- Wanderung mit TAYODEA (TAnga YOuth DEvelopment Association) in den Usambara Mountains durch Regenwald, zum Irente Viewpoint, von welchem man eine riesige Ebene überschauen kann und mit einem begeisternden Essen auf der Irente Farm (Es gab Käse, Krustenbrot, Butter und Quark!!!)<br />
- Besichtigung historischer Gebäude und anderer Überbleibsel aus der deutschen und britischen Kolonialzeit</p>
<p><strong>Bagamoyo &#8211; 21. bis 23.8.</strong><br />
- siehe zweiten Punkt bei Lushoto<br />
- zwei Museumsbesuche</p>
<p><strong>Zanzibar Stone Town &#8211; 13. bis 18.8.</strong><br />
- Spice Tour, welche unserer individualtouristischen Absicht einen Dämpfer verpasste, aber dennoch unterhaltsam und äußerst interessant war<br />
- Besichtigung historischer Gebäude, Straßen, Gassen und anderer Überbleibsel aus der Zeit der arabischen Herrschaft<br />
- Edles Drei-Gänge-Essen für ganze 40.000 TZS, also 20 EUR<br />
- tolle Vespatour in den Südosten der Insel, auch wenn der Start aufgrund einer Wand, die Jonathan im Weg stand, etwas schwierig und schmerzhaft war und die Tankanzeige unglücklicherweise nur eingeschränkt (meint gar nicht) funktionierte</p>
<p><strong>Marie kam &#8211; 10.8.<br />
</strong>Mit schwarzem Hemd und Manschettenknöpfen, einer Krawatte und der schönsten Plastikrose weit und breit ausgerüstet hieß Jonathan die Passagierin Marie Krüger des verspäteten KLM-Fluges aus Amsterdam in Dar Es Salaam, Tanzania aufs Herzlichste willkommen.</p>
<p>Soviel zu meinem/unserem letzten Monat hier in Tanzania. Ich (Jonathan) versuche, mich im Laufe der nächsten Woche hier an dieser Stelle wieder zu melden. Bis dahin wünschen wir uns gute Flüge, euch eine gute Woche und freuen uns auf ein Wiedersehen daheim in Deutschland.</p>
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		<title>Ungeplantes</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 15:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Afrika ist ja nicht als der Kontinent bekannt, auf welchem allzu viel geplant wird. Vieles, was in der letzten Zeit passiert ist, hatte ich auch nicht so geplant. Eigentlich dachte ich mir, mich in Mwanza während meines Urlaubs gut zu entspannen und erholt in meine letzten 1,5 aktiven Arbeitsmonate für FDB zu starten. Noch dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Afrika ist ja nicht als der Kontinent bekannt, auf welchem allzu viel geplant wird. Vieles, was in der letzten Zeit passiert ist, hatte ich auch nicht so geplant. Eigentlich dachte ich mir, mich in Mwanza während meines Urlaubs gut zu entspannen und erholt in meine letzten 1,5 aktiven Arbeitsmonate für FDB zu starten. Noch dies und das zu Ende bringen und die Zeit so sinnvoll wie möglich nutzen.<br />
Es kam anders. Ganz anders. Dabei hätte ich die „Planerfüllung“ ehrlich bevorzugt. Denn wie es alternativ gelaufen ist, war wenig erfrischend und letztlich bin ich in der Tiefphase meines Jahres in Tanzania gelandet.</p>
<p>Von Anfang an:</p>
<p>Alles began mit dem Beginn meiner Ferien, wo mich am vierten Tag das erste Unglück in Form eines Überfalls meines Mitreisenden Mohammed&#8217;s um Kamera, Urlaubskasse, Handy, MP3 Player und Ersatzbatterien brachte. Die Geschehnisse im einzelnen habe ich bereits im <a title="Kleiner Urlaubsabriss auf lala-salama.de" href="http://lala-salama.de/?p=245" target="_blank">kleinen Urlaubsabriss</a> geschildert.</p>
<p><span id="more-253"></span>Es war eine krasse Erfahrung und insbesondere wegen der verlorenen Hälfte aller meiner Tanzania-Bilder eine verdammt ärgerliche. Die viele Hilfe, die ich bekam half aber dem mentalen Wohlbefinden wieder auf die Beine. Mit Anton und Manish habe ich wahnsinnig nette Menschen kennen gelernt, was mich mit Mwanza wieder versöhnte. Ich habe ordentlich Kiswaheli gelernt und das Gefühl von Erholung hat sich doch breit gemacht.</p>
<p>Bis zu dem Freitag vor meiner Abreise. Ich hatte am Donnerstag <a title="Sarah weltweit" href="http://sarah-weltweit.jimdo.com/" target="_blank">Sarah</a> überraschend auf der Strasse vor meinem Hotel getroffen und wir haben uns auf eine gemeinsame Wanderung verabredet. Was passiert ist hat Sarah auf ihrem Blog geschrieben und ihr koennt es <a title="Sarah auf ihrem Blog ueber Ueberfall Nummer 2" href="http://sarah-weltweit.jimdo.com/aktuelles-juli-2009/" target="_blank">hier</a> (relativ am Anfang der Seite) nachlesen.</p>
<p>Es war der zweite Überfall innerhalb von einer Woche. Materiell war es nicht zu dramatisch: etwa 7.000 TSZ (knapp 4 EUR) und das Telefon wurde mir abgenommen. In weiser Voraussicht, hatte ich mir am Tag vorher wieder nur ein billiges Handy gekauft. Aber 22.000 TZS sind halt doch irgendwie auch rund 12 EUR. Egal, Sarah hat es weitaus schlimmer getroffen.</p>
<p>Für die letzten zwei Tage vor meiner Abreise hatte ich beschlossen, mein Quartier zu Manish zu verlegen. Geld hatte ich ja trotz der Überweisung von Julius nicht zu reichlich und zwei Nächte privat übernachten bedeuten auch 20.000 TZS gespart. So zog ich noch am Abend des Überfalls aus meinem Hotel aus und zu Manish in seine Wohnung auf dem Gelände der Firma, für die er in Mwanza das Lager verwaltet. Dort fühlte ich mich bestens aufgehoben; mit hoher Mauer, Kontaktdraht und zwei bewaffneten Securityguards.</p>
<p>Dennoch hatten (und haben) beide Ereignisse deutlich ihre Spuren hinterlassen. Dies wurde mir während der Eisenbahnfahrt nach Hause deutlich. Mit meine Mitreisenden habe ich erst am letzten Tag mich etwas mehr unterhalten und das, obwohl wir zwei Nächte zusammen gereist sind. Aber meine Lust auf Leute war einigermaßen erschöpft und ich außerdem ziemlich misstrauisch sämtlichen Fremden gegenüber, was nach dem Erlebnis Mohammed nachvollziehbar ist.<br />
Dennoch war Eisenbahnfahren ein tolles Erlebnis und ich werde mir Zeit nehmen, darüber nochmal einen extra Artikel zu verfassen.</p>
<p>Am Tag nach meiner Rückkehr nach Mwanza waren wir zu Don, Chef von Resolute Tanzania Ltd., zu einem Dinner ins <a title="oeffnet http://www.hotelseacliff.com/" href="http://www.hotelseacliff.com/" target="_blank">Hotel Sea Cliff</a> eingeladen. Es war ein ziemlich „weißes“ Dinner, wo die Europäer eindeutig in der Überzahl waren. Ich saß neben einer Pastorin aus Scottland, die seit sieben Jahren in Tanzania lebt und eine NGO zu HIV/Aids gegründet hat.</p>
<p>Die Geschichten die sie erzählt hat, waren genau nicht das, was ich eine halbe Woche nach Mwanza gebraucht habe. Es ging darum, wie die lokalen Kirchenmenschen ihre NGO an sich reißen wollten. Ganz augenscheinlich, um an ihr Geld zu kommen. Die Pastorin wollte das verständlicherweise nicht und hat sich dagegen aufgelehnt, was letztlich ihr Leben in Gefahr gebracht hat. Sie konnte in ihrem eigenen Projekt nichts mehr essen, weil schon andere Menschen mit Gift im Essen zur Zustimmung bewegt wurden. Letztlich musste sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion unter Polizeischutz die Stadt verlassen und bis heute rät ihr der Regional Commissioner davon ab, zurückzukommen. Dazu kamen weitere Schilderungen von Korruption, unzuverlässiger bis verbrecherischer Polizei und Probleme, in die einen zu freies Reden bringen können.</p>
<p>An sich war es ein toller Abend, allein schon wegen der guten Küche. Aber für meinen Kopf war das alles ziemlich viel und ich hatte das Gefühl mit dem Verarbeiten kein Stück mithalten zu können.</p>
<p>Kleiner Diebstahl am Rande waren 8.000 TZS aus meiner Hosentasche, als ich eine Woche später am Strand war. Am gleichen Tag vereitelte ich einen Versuch, das Handy aus meinem Rucksack zu angeln.</p>
<p>Das schlimmste, was dies und vor allem die Tage in Mwanza verursacht haben ist das Misstrauen. Meine Begeisterung für Tanzania hatte einen gewaltigen Dämpfer erhalten, denn es ist nicht angenehm, sich ständig „bedroht“ zu fühlen. Ich schlafe bis jetzt nicht sonderlich gut, bin dadurch recht müde und bringe so nicht wirklich viel zustande. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass es langsam wieder besser wird. Letztlich ist es auch eine Erfahrung, die die Realität widerspiegelt, dass es Verbrechen gibt und die Polizei nicht viel macht bzw. machen will.</p>
<p>Mir fällt an dieser Stelle keine Überleitung ein, weil meine anderen Erlebnisse gegenüber dem Tod relativ unwichtig sind.</p>
<p>In der Nacht zum 7.7. ist Mwanaisha völlig überraschend gestorben.</p>
<p>Ich hatte über sie hier schon mal im <a title="Artikel auf lala-salama.de" href="http://lala-salama.de/?p=228#falscheralarm" target="_blank">Überschriftsfreiern bebilderten 1642 Wörter enthaltenden Bericht</a> vom 9. April berichtet und davon, dass sie ein Problem mit dem Herzen hat. Als sie damals ins Krankenhaus kam, sah es nicht gut aus. Sie hatte zusätzlich noch irgendwelche Probleme mit Bakterien, eine Wunde im Magen, Thyphus und Malaria. Jedoch hat sie es geschafft und bekam nun, wegen des Herzens, jede Woche einmal eine Spritze, sowie Obst und extra nahrhaftes Essen. Am Anfang jeden Monats wurde außerdem ihr Zustand untersucht.</p>
<p>Alles sah recht gut aus und so auch bei der letzten Untersuchung drei Tage, bevor sie gestorben ist. Am Montag hatte sie eine neue Medizin gegen ihren Husten bekommen, nach Rücksprache mit dem Arzt und den Tag über ging es ihr sehr gut. In der Nacht zum Dienstag ist der Husten wohl zurückgekommen und sie ist gestorben.</p>
<p>Einen Tag später wurde sie in Morogoro, wo sie mit ihren Eltern gelebt hat, beerdigt. Julius und ich sind mit 30 anderen FDBs dort hingefahren. Ich fand es recht ungewohnt, da es eine islamische Trauerfeier war und sich doch schon sehr von einem „westlich-christlichen“ Begräbnis unterscheidet.<br />
Das sogar ein Bus gemietet werden konnte, war Don&#8217;s Verdienst, so dass zumindest ein Teil der Kids mit dabei sein konnte. Er hat sofort versprochen, die Kosten zu übernehmen. Dazu kamen Spenden, vor allem Essen, aus der Nachbarschaft.</p>
<p>Das ist jetzt noch nicht mal eine Woche her. Ich hoffe nun ganz inständig, dass die verbleibenden vier Wochen bis Marie kommt ruhiger werden. Dann bekommt ihr vor dem 10. August noch einen weiteren Bericht zu lesen, bevor ich mich mal wieder im Urlaub machen probiere – nur dann nicht mehr allein <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Urlaubsabriss</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 10:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie soll man ein derart aergerliches Thema spannend und doch nicht zu dramatisch einleiten?
Ich bin fuer: kurz und schmerzlos. Ich wurde ausgeraubt.
Um ein potentielles &#8220;Ohhhh Nein!!! Lebst du noch?&#8221; nicht zu der brennensten Frage werden zu lassen. Ja! Ich bin okey.
Fangen wir aber, wie es sich gehoert, am Anfang an.
Reisen und Kennenlernen
Am 10. Juni brach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie soll man ein derart aergerliches Thema spannend und doch nicht zu dramatisch einleiten?<br />
Ich bin fuer: kurz und schmerzlos. Ich wurde ausgeraubt.<br />
Um ein potentielles &#8220;Ohhhh Nein!!! Lebst du noch?&#8221; nicht zu der brennensten Frage werden zu lassen. Ja! Ich bin okey.<br />
Fangen wir aber, wie es sich gehoert, am Anfang an.</p>
<p><strong>Reisen und Kennenlernen<br />
</strong>Am 10. Juni brach ich mit dem Bus von <a title="oeffnet www.ScandinaviaGroup.com" href="http://www.scandinaviagroup.com/" target="_blank"><em>Scandinavia Express Service Ltd.</em></a> in meinen Urlaub auf; nach Dodoma, die Landeshauptstadt Tanzanias. Waehrend der Reise lernte ich  einen netten Herren names Mohamed kennen. Gemeinsames Reisen ist einfach einfacher und netter und darum haben wir eben dies getan.</p>
<p>Die Unterkuenfte in Dodama waren gut gefuellt, da momentan die <a title="Oeffnet die Internetseite des tanzianischen Parlaments" href="http://www.parliament.go.tz/bunge/index.php" target="_blank"><em>Bunge</em></a>, das Tanzianische Parlament tagt. Nach einiger Suche offenbarten sich dann aber freie Zimmer im DM Hotel. Die beiden Abende dort haben Mohamed und ich gemeinsam verbracht.<span id="more-245"></span></p>
<p>Die Stadt selbst hat mich wenig begeistert. Viel zu staubig, unangenehmes wechselhaftes Klima und, wie ein Travelguide es treffend beschreibt, &#8220;die Hauptstadtrolle ist Dodoma einige Nummern zu gross.&#8221;<br />
Was mich mit der Stadt etwas versoehnt, ist die Bekanntschaft mit einem Postgraduate der <a title="University of Cambridge bei wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/University_of_Cambridge" target="_blank">University of Cambridge</a>, dank welchem ich eine relle Chance habe, mal Cambridge unter intellektuellster Fuehrung zu besichtigen.</p>
<p>Trotzdem freue ich mich, als ich zwei Tage spaeter wieder in den Bus steige (diesmal <em>Robin Top Line Express</em>), der mich nach <a title="Mwanza bei wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mwanza" target="_blank">Mwanza</a> bringen soll. Die Fahrt ist super. Zwar brauchen die 685 Kilometer ihre zehn Stunden, aber die Landschaft ist herrlich, abwechslungsreich und ich schiesse diverse sicherlich schoene Fotos. Die Strasse selbst ist gut befahrbar &#8211; vergleichbar mit einer guten deutschen Bundesstrasse, abgesehen von zwei Stunden, die wir auf einen Dirtroad durch staubiges Buschland holpern.</p>
<p>Nachts um 11 Uhr kommen wir in Mwanza an. Besagter Mohamed und ich ziehen fuer eine Nacht in ein ganz schoen abgewracktes guesthouse, aber ich will nur noch schlafen und da kommt es nicht auf ekelhafte Flurtoiletten an.</p>
<p>Am naechsten Morgen ziehe ich in das Intercity Hotel um, wo ich bis jetzt wohne. Mohamed will irgendetwas fuer sein Fisch-Business regeln und ist den Tag ueber unterwegs.</p>
<p><strong>Showdown</strong><br />
Abends treffen wir uns, wollen noch etwas Bier zusammen trinken, weil er morgen wieder aufs Ukerewe Island fahren will. Nach dem Beginn des dritten Bieres erinnere ich mich an nichts mehr. Vermutlich hat er mir einen Zusatz in selbiges getan. Gegen Mitternacht sind wir in das Hotel zurueckgekommen, wie mir der Rezeptionist spaeter erzaehlt und ich sah wohl nicht sonderlich gut aus. Wir sind in mein Zimmer gegangen und irgendwann ist Mohamend wieder gegangen, um &#8220;Wasser zu holen.&#8221; Er ist nicht zurueckgekommen und ich am naechsten Morgen mit gewaltiger Uebelkeit, die nicht von einem normalen Kater herruehrt aufgewacht. Noch mit allen meinen Klamotten quer auf meinem Bett und mit genau 400 TZS (um die 25 Cent) in meiner Tasche. Der Morgen ist furchtbar und auch da habe ich noch Gedaechtnisluecken. An das Gespraech beim Manager erinnere ich mich nicht mehr.</p>
<p>Mohamed hat ordentlich eingesackt.</p>
<ul>
<li>Meine wunderbare Canon PowerShot 540 mit ungefaehr der Haelfte aller meiner Fotos auf der Speicherkarte,</li>
<li>mein Siemens A70, extra guenstiges Modell (inklusive Ladekabel),</li>
<li>der 1GB-MP3 Player von Marie,</li>
<li>rund 150.000 TZS (rund 85 EUR) in bar,</li>
<li>meine VISAplus Karte und</li>
<li>einen schoenen Stift zum Briefeschreiben hat er mir geklaut.</li>
</ul>
<p><strong>Retter</strong><br />
Zum Glueck gibt es nette Leute und Leute, die noch netter sind. Anton, der in einem Laden unten im Hotel Autoteile verkauft, hat mir 12.000 TZS Nothilfe gegeben, mir Essen spendiert und borgt mir bis jetzt sein Handy, bis ich mir ein neues gekauft habe. Das Hotelmanagement liess mich ohne zu zahlen in meinem Zimmer wohnen. Julius hat mir trotz Malaria hoch 3 zuegig Geld geschickt und besorgte hilfsbereite Anrufe aus der Heimat helfen auch ein gutes Stueck weiter.</p>
<p>Wer nicht wirklich rettet, ist die <a title="Die Policeforce Tanzanias im www. (Kiswaheli)" href="http://www.policeforce.go.tz/" target="_blank">Polizei</a>, die an meinem Fall nur in meiner Anwesenheit zu arbeiten scheint. Und selbst dann &#8230; Detective: &#8220;Koennen wir das nicht morgen machen, bin muede und hab seit gestern morgen gearbeitet.&#8221; Kein Problem, ausser, dass er dann <em>morgen</em> einfach gar nicht da war. Was soll man auch machen? Ich habe einen Namen, das er angeblich Fisch verkauft, angeblich auf dem Ukerewe Island wohnt, 47 Jahre alt ist und fuenf Kinder hat. Angeblich!</p>
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		<title>Alles neu macht der Mai</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 09:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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		<description><![CDATA[Eins zwei drei im Sauseschritt, rennt die Zeit und wir rennen mit. Und so brauchte es wieder mehr einen Monat, bis ich euch hier diesen Artikel präsentiere.
Wenn es so bei diesem Rhythmus bleibt, dann werdet ihr ungefähr drei bis vier weitere hier lesen können und dann ist das Jahr in Tanzania vorbei. Langsam beginnt die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eins zwei drei im Sauseschritt, rennt die Zeit und wir rennen mit. Und so brauchte es wieder mehr einen Monat, bis ich euch hier diesen Artikel präsentiere.<br />
Wenn es so bei diesem Rhythmus bleibt, dann werdet ihr ungefähr drei bis vier weitere hier lesen können und dann ist das Jahr in Tanzania vorbei. Langsam beginnt die Planung, was ich noch machen will, was noch passieren soll. Nächste Woche beginnt der Urlaub mit Bahnreise nach Mwanza an den Lake Victoria und an den Lake Tanganyika in das Städtchen Kigoma. Vielleicht mit kleinem Zwischenstop in der theoretischen Hauptstadt Dodoma. Danach will ich einige ältere Projekte, wie etwa die Regenrinne oder den Volunteerschrank (mehr darüber etwas weiter unten) zu einem guten Ende bringen.<br />
Wenn ab August Marie hier ist, machen wir einen knappen Monat gemeinsam Urlaub, bevor es Anfang September heißt Abschied nehmen, am 9. in das Flugzeig klettern und am 10. wieder in Deutschland sein.<br />
Zurück aus dem Zukunftsausblick in die Gegenwart und nähere Vergangenheit und zu diesem meinem nächsten (bebilderten!) Bericht.</p>
<p>Viel Freude am Lesen von diesem Arbeitsplatz aus:<br />

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</a>
<br />
<span id="more-242"></span></p>
<p><strong>Cornflakes und Trikot</strong><br />
Da bin ich auf einmal 20 Jahre alt und von meinen beiden liebenswerten Mitvolunteers habe ich ein cooles Geschenk bekommen. Zum ersten eine Packung Original Kellogs Cornflakes. Wie lange ich schon keine Cornflakes mehr gegessen habe? Schon in ihrer reinen ursprünglichen Form direkt aus der Tüte, ohne Zusatz ein knuspriger Genuß. Nur noch übertroffen von der veredelten Variante mit Bananenstücken und Milch. Letztere ist in Tanzania nicht von überragender Qualität, aber das tut dem herrlichen Geschmackserlebnis keinerlei Abbruch. Ja, ich finde, dass die leichte Kaffeesahnenote durchaus nicht unattraktiv ist.<br />
[Galerie nicht gefunden]<br />
Und dazu das Trikot von den <em>Taifa-stars</em> (taifa ist das Kiswaheliwort für Land/Staat). Ein sehr stylisches und kleidsames Tanzaniafussballshirt. Mir fehlen die Worte, um meine Begeisterung angemessen Ausdruck zu verleihen. Zumal das Team nicht schlecht ist, wenn ich an der 2:1 Sieg neulich gegen New Zealand in der letzten Sekunde der Nachspielzeit erinnern darf. Da es leider noch kein Bild von mir im Shirt gibt, könnt ihr euch selbst nicht von dem Anblick verzaubern lassen. Statt dessen: Julius und Marisa.<br />

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</p>
<p><strong>Neues aus der Form One(i)</strong><br />
Die Arbeit bei Friends of Don Bosco hat sich ein ganzes Stück gewandelt. Seit ich für sieben Stunden Unterricht pro Woche in der Form One verantwortlich bin, wird ein gewaltiger Teil meiner Kraft und Zeit in Anspruch genommen, die knapp 20 SchülerInnen in History, Geography und Civics zu unterweisen.<br />
Diese Woche haben sie ihre Midterm Examinations geschrieben. Mein Pessimismus bezüglich der Resultate war berechtigt. Wir haben es nicht so richtig geschafft, Lernen und Aufmerksamkeit als wichtigstes neben der bloßen physischen Anwesenheit im Klassenzimmer zu vermitteln.<br />
Es liegt teilweise an unserem vergleichsweise lockeren Unterrichtsstil. Wir geben keine körperlichen Bestrafungen und bis vor kurzem waren die Folgen für ständiges Stören marginal. Nach massiven Ärger mit der (auch nicht immer leisen, aber ältern) Form Four aus dem Nebenzimmer und einer übertriebenen und willkürlichen Bestrafungsaktion seitens eines eigentlich unbeteiligten Lehrers haben wir uns etwas überlegt. Es kann so nicht weiter gehen, da es für uns ebenso anstrengend und unmotivierend ist.<br />
Also gibt es ab sofort – stupide und altmodische – Strafarbeiten. Wer in der Stunde vom Lehrer an die Tafel geschrieben wird, der muss zu Hause einen Satz 15 Mal in Englisch und 15 Mal in Kiswaheli aufschreiben. Macht er diese Hausaufgabe nicht, muss er die Aufgabe am nächsten Tag nach dem Unterricht hier machen – mit doppelt sovielen Sätzen.<br />
Ich verstehe, warum es für viele nicht sonderlich einfach ist, von uns und generell in diesem Bildungssystem unterrichtet zu werden. Besonders ich kann nicht die ganze Stunde auf Kiswaheli halten und theoretisch muss der Unterricht sogar komplett auf Englisch sein. Von den Kids verstehen das aber nur wenige wirklich.<br />
Ich erwische mich dabei, wie ich plötzlich in einer Rolle stecke, die mir vor einem Jahr als ich selbst noch Schüler war, nicht die liebste war. Ich werde zu einem echten Pauker.<br />
Dabei fällt mir auf, wie schwer es ist, eine gerade Linie einzuhalten. In unterschiedlicher Hinsicht. Wirklich objektiv zu bewerten ist schwierig, weil sich zum Beispiel Bemühen schlecht in Punkten ausdrücken lässt, aber doch berücksichtigt werden sollte. Konsequent Quatschen zu unterbinden ist schwierig, weil es teilweise wirkliches Unterrichtsgespräch ist, wo etwas noch mal übersetzt oder erklärt wird. Ebenso sieht bei Tests mit Abschreiben und beschriebenen Händen als Spickerersatz aus. Würde ich jeden bestrafen, der seinen Blick zu weit wandern lässt oder alle offensichtlich vom Nachbarn kopierten Lösungen mit 0 bewerten wäre plötzlich ein Grtoßteil durchgefallen.<br />
Daher schwimme ich ein wenig, was die gerade Linie angeht, die ich bei Lehrern selbst immer gut fand. Bei all den Widrigkeiten, so hat es auf jeden Fall den Effekt, dass ich den Lehrerberuf von seinem Anspruch her mit noch mehr Hochachtung betrachte.</p>
<p><strong>Keine Panik</strong><br />
Auf dem Heimweg von unserem ersten „Hausbesuch“ bei einer Schülerin aus der Form One steigen Julius und ich in den <em>Daladala</em>, der uns bis Kimara bringen soll. Wir warten – kaum den Busbahnhof in Ubungo verlassen &#8211; darauf, uns in den fließenden Verkehr einzuordnen. Es ist wie jeden Abend voll im Bus und selbst das Stehen fällt wegen der vielen Leute schwer.<br />
„Es richt ein wenig nach Rauch und mit einem Mal stürmt alles nach draußen; das Auto könnte ja explodieren. Durch Türen und Fenster räumen wir den Bus innerhalb von weniger als 10 Sekunden. Es wird ein wenig am Motor rumgeschraubt und nach und nach steigen die Fahrgäste wieder ein. Julius und ich sind dabei nicht ganz langsam und haben so auf einmal sogar einen Sitzplatz.“<br />
Es war eindrucksvoll. Ich stand ziemlich dicht an der Tür und habe zum Glück keinerlei Widerstand geleistet, als alles in diese Richtung drängte. Einfach mit rausspringen. Einen Maiskolbenverkäufer hat es härter erwischt. Von der Menschenmenge wurde er gegen seinen Grill geschubst, der daraufhin umfiel und der Verkäufer auf ihn. Zum Glück ist ihm aber, soweit ich das beurteilen konnte, nichts ernstes passiert.</p>
<p><strong>Der Müll und die Hygiene</strong><br />
Ursprünglich war dieser Workshop für den 25.2. geplant. Es wurde nichts daraus und wir verschoben den Termin im Wochentakt. Irgendwann wurde dies zu albern und wir ließen das Verschieben bleiben. Aber dann – am 9. Mai sollte das Langzeit-Gedankenprojekt in das reale Centerleben übertragen werden.<br />
Drei Themeneinheiten bildeten den Rahmen unseres Programms. Marisa und ich starteten mit der ersten zur Hygiene und klärten auf welche Dinge nicht in den Mund gehören, warum Wasser kochen gut ist, warum man seine Hände waschen soll und ähnliches. Der zweite Block gehörte Marisa und Julius, die in den <em>Pest studies </em>(zu Deutsch: Schädlingskunde) von Bakerien, Milben, Kakalaken und anderen sympathischen Tierchen.<br />
Zur Auflockerung und -erweckung nach dem ersten Teil spielten wir Kissenrennen, welches, als die Regeln dann verstanden waren, riesig Spaß machte. Die Regeln wurden allerdings am Ende zunehmend freier ausgelegt und das Kissen der eigenen Mannschaft quer durch den Kreis gefeuert sowie das gegnerische Kissen bestmöglich behindert.<br />
Das Mittagessen in der Mittagspause ist erwähnenswert, aufgrund eines Großeinkaufs auf dem Markt in Kimara. Wir haben gewaltige Fruchtmengen erworben und so bekommt jeder zur üblichen <em>ugali na maharagwe</em>-Portion noch einen Fruchtteller. Weil es gut ankam und gesund ist, haben wir uns überlegt, dass wir soetwas öfter machen. Einfach einen Stapel Früchte der Saison erstehen und damit etwas Abwechslung in den Speiseplan bringen.<br />
Am Nachmittag sind Julius und ich dran, um in <em>garbage education </em>über Müll zu referieren. Aufmerksame Leser und Leserinnen dieser Seite werden sich daran erinnern, dass das Bewusstsein für Umweltfragen wenig ausgeprägt ist. Dem versuchen wir ein wenig entgegen zu wirken. Wir weihen sie in das Geheimnis der schwarzen Eimer ein, die wir besorgt haben. Da soll ab sofort der Müll rein, der bisher einfach unter den Tisch gefallen ist.<br />
Soweit ich es nach zwei Wochen Mülleimern beurteilen kann, funktioniert es nicht schlecht. Es sieht immer noch nicht ernsthaft sauber aus, Papier und ähnliches landet trotzdem häufig auf dem Boden. Aber die Eimer werden nicht ignoriert, sondern fleißig gefüllt und regelmäßig geleert.<br />
Kreative Austobephase war der letzte Punkt am späten Nachmittag, wo eine Menge Anti-Müll-Plakate gemalt wurden. Der Höhepunkt der Präsentation war aber unumstritten der Song von Pascal, Rashid und Seleman, den die drei HipHop-Künstler dem Müll widmeten und den Workshoptag stimmungsvoll ausklingen ließen.<br />
Abschließend ausgewählte Impressionen des Tages.<br />

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</p>
<p><strong>Hali ya hewa</strong><br />
Ja, ich komme nicht umhin auch einmal etwas über das Wetter verlauten zu lassen. Inzwischen ist es wieder weniger bemerkenswert – den Tag über ordentlich heiß und des Nachts, gerade in den frühen Morgenstunden stellenweise recht kühl. Gerade aber den April über bis Mitte Mai war Regenzeit. Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig täglich Dauerregen, aber wesentlich häufiger schwere kurze Schauer und lange Regenfälle als normal. Insgesamt ist es kälter, häufiger bewölkt und der Wind senkt die gefühlte Temperatur nochmals.<br />
Nach Kwa Komba (der Vorort, wo Julius und ich hausen) führt eine theoretisch ganz gut befahrbare Straße. Der Belag besteht aus bestimmten Steinen, die sich ineinander verhaken und letztlich eine recht stabile Oberfläche erzeugen. Darüber zumeist eine unterschiedlich dicke Schicht aus Sand und Staub, die lose darauf liegt. Diese Schicht wird, wenn es regnet, zu einem überaus rutschigen Matsch. Die Strecke führt über einige sehr steile Anstiege und die können verhängnisvoll werden.<br />
Ich bin immer ganz gut hin und zurück gekommen, aber diverse Reifespuren, die in dem Straßengraben münden zeigen: Es geht auch anders. Ich kenne das Phänomen vor allem von den letzten Metern bis zu unserem Haus, wo es über einen Trampelpfad bergab geht und man regelmäßig ins schlittern kommt. Selbst ohne Regen ist es im Dunkeln ein spannender Weg und wenn man dann über den Matsch gleitet, wird es zu einer spannenden Herausforderung für den Gleichgewichtssinn.<br />
Nun, und so sieht Regenkinderbeschäftigung bei FDB aus:<br />
[[Show as slideshow]]</p>
<p><strong>Der Kampf mit dem Pilz</strong><br />
Ich entsinne mich nicht mehr genau, wann zwischen Januar und März ich den Plan mal gezeichnet hatte. Es ist lange her. Der Plan war eine Konstruktionszeichnung für einen Innenausbau des Volunteerschranks.<br />
Der Volunteerschrank ist eine sher gute Einrichtung. Etwa 2 Meter hoch und gute 90 Centimeter breit ist unser Reich. Die von Termiten zum Teil schon verspeisten Türen sind aufgrund dessen zwar recht instabil. Dennoch sind sie mit einem Vorhängeschloss abschließbar und so der Aufbewahrungsort der Wahl, für alle Sachen, die man morgen noch am selben Platz finden möchte.<br />
Jedoch gab es bisher nur ein einziges Regalbrett und für das vielfältige Volunteerzubehör war das zu wenig. Die Stapel waren undurchsichtig und die darin hausenden Ratten fraßen bevorzugt wichtige Papiere und Bücher, beziehungsweise häckselten sie nach Reißwolfmanier in kleine Stückchen. Das war noch am nettesten. Andere Überreste machten weniger Freude, weil sie einen recht unschönen Geruch verströmten.<br />
Gegen die Ratten zogen wir mit zwei Mitteln zu Felde. Zum ersten habe ich Drahtgitter an die Decke und einen Teil der Wand genagelt, wo die Ratten durchschlüpfen konnten.<br />
Zum zweiten haben wir, als die Bauarbeiten (fürs erste) abgeschlossen waren, einmal aufgeräumt. Im unteresten Fach habe ich drei Rattenbabies in einem Nest aus Papier- und Tütenschnipseln gefunden. Was soll man da machen? Letztlich blieb nur Erschlagen, was wenig Freude machte, aber die einzige erwägenswerte Lösung war. Für die nicht zu empfindlichen Leser gibt es ein Bild der Drillinge.<br />

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	<img class="ngg-singlepic" src="http://lala-salama.de/index.php?callback=image&amp;pid=152&amp;width=320&amp;height=240&amp;mode=watermark" alt="ratten.jpg" title="ratten.jpg" />
</a>
<br />
Damit habe ich den Geschehnissen vorrausgeriffen. Zum Anfang habe ich naürlich ersteinmal Bretter eingekauft, zugesägt, eingepasst, geschliffen und eingebaut.<br />
Nach einwöchiger Arbeit ist alles fertig, kurz darauf eingeräumt und der Schrank schön ordentlich und übersichtlich. Super.<br />
Wenige Tage später kommt Julius von FDB nach Hause – ich war aus privaten Gründen nicht dort – und meint, dass alles neugebaute schimmelt und sogar Bücher und anderes ordentlich angegammelt sind. Schade.<br />
Augenscheinlich war das Holz zu frisch und vielleicht auch etwas naßgeregnet und in der stickigen Atmosphäre eines Schranks hat sich das wunderbar in mehrere faszinierende Schimmelpilze verwandelt.<br />
Also &#8230; alles wieder raus, die alte Unordnung ist wieder da und ich etwas ratlos, wie es weitergehen soll.<br />
Eine Woche lang lasse ich die Bretter in der Sonne trocknen, dann schleife ich sie ab (dank Laswai&#8217;s Hilfe mit überschaubarem Aufwand für mich) und gerade ist das erste neue Regalbrett in der Testphase, ob der Pilz besiegt ist.<br />
[Galerie nicht gefunden]</p>
<p><strong>Bomben in Dar und andere Gewalttätigkeiten</strong><br />
Ich vermute, in Deutschland hat man davon wenig mitbekommen, aber hier war es zumindest kurzzeitig das beherrschende Thema und „Mbagala“ scheint sich als Synonym für irgendetwas gefährliches langsam im Sprachgebrauch festzusetzen.<br />
Was ist passiert? Meine Quellenbandbreite ist etwas beschränkt, aber aus Zeitung und Erzählungen konstruierte ich folgende Version der Geschehnisse am 30. April 2009:<br />
Tanzania hat, wie alzuviele andere Länder auf dieser Erde, eine ordentliche Armee. Dank eines gewonnen Krieges mit dem Nachbarn Uganda in den 70ern geniesst das Militär einen recht guten Ruf, auch wenn inzwischen Stimmen, die Intranzparenz und Korruption bemängeln lauter werden und ihnen scheinbar sogar Gehör geschenkt wird.<br />
Zwar sind die Ausgaben, die der Staat für seine Verteidung investiert gewaltig, aber viel verschwindet und eine Rechenschaftpflicht des Militärs für die Mittelverwendung ist bisher erst in den Anfängen begriffen.<br />
Die neuen braunen IVECO-LKWs und -Busse zeigen deutlich, dass gut Geld da ist. Ich würde behaupten, dass es sich um die modernste Fahrzeugflotte dieser Großenordung in Tanzania handelt. Aber viel Geld versickert irgendwo im Apparat und so ist nicht alles so modern, wie einem der Anblick auf der Strasse vermuten lassen würde. So auch Bestände einer bestimmten Art von Boden-Bodenraketen, womit ich wieder zum eigentlichen Thema komme.<br />
Veraltete Waffen stellen nicht grundsätzlich ein Problem dar, sofern die Wartung ordungsgemäß erfolgt. Eine spezielle Aufgabe ist dies und darum gibt es Spezialisten, die sich damit befassen. Nein, es gab ihn. Nach der letzten Wartung irgendwann in den 90ern ging der betreffende Soldat in den Ruhestand und man versäumte es, einen neuen zu spezialisieren. Das Wartungsinterval verstrich und niemand kümmerte sich um die in der military base in Dar Es Salaam stationierten Raketen.<br />
Ob es einen bestimmten Auslöser gab, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wurden im TV Bilder von Rauchsäulen, Feuerwehr (einer der vier Feuerwehrwagen für die knapp 4-Millionen Einwohnerstadt) und aufgebrachten Menschen sowie brennenden Häusern gezeigt. Einige der Raketen waren unkontrolliert in die Luft geflogen. Nur dank Gottes Hilfe und mutiger Soldaten (so <em>The Guardian on Sunday</em>) nicht alle. Die Auswirkungen hätten verherend sein können. Die Reichweite beträgt irgendetwas über 20 Kilometer. In diesem Radius um den Standort befindet sich das Stadtzentrum, die dicht besiedelsten Wohnviertel, der Julius Nyerere International Airport und der Hafen mit gewaltigen Öl- und Benzinlagern. Zum Glück wurde keiner der Orte getroffen. Am Ende waren rund 25 Menschen tot, mehreren hundert verletzt und etwa 700 obdachlos.<br />
Einige Tage später wurden die restlichen Raketen kontrolliert gesprengt und dieses Riskio beseitigt. Wie es mit anderen Restbeständen ausschaut &#8230; you never know.</p>
<p>Gewalt anderer Art gab es in dieser Woche nicht weit weg von unserem Zuhause. Tanzianer sind friedliche Menschen, geduldig und aushaltend. Aber einer der wenigen Momente, wo sie mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig ausrasten, sind Diebstähle. Ein Dieb wurde erwischt, wie er versucht hat, ein Handy zu stehlen. Nicht nur, dass er zusammengeschlagen wurde, was das mindeste ist, was einem dann passieren kann. Jemand holte Lampenöl oder Benzin und übergoß ihn damit. Er wurde angezündet und ist verbrannt. Die Polizei ist Stunden später eingetroffen. Was sie gemacht haben, weiß ich nicht, aber nach einer halben Stunde war sie fertig und festgenommen haben sie garantiert niemanden.<br />
Dieser Art der kollegtiven Selbstjustiz fand ich wahnsinnig erschreckend und die Selbstverständlichkeit, mit der sie hingenommen wird fand ich ehrlich gesagt widerlich.<br />
Das dies ein einzelner Fall ist, möchte ich hier ausdrücklich klarstellen. Nicht jeder Tanzanier zündet Diebe grundsätzlich an!</p>
<p><strong>Die Ziege von der Regierung</strong><br />
Am selben Tag, wo die „Bomben“ explodieren, bekommen wir Besuch von Mitarbeitern aus dem Büro des Vizepräsidenten und des Premierministers. Sie bringen unter anderem 150 kg Zucker mit und eine noch lebendige Ziege. Aus Sorgen vor Diebstahl und weil sie wegzulaufen droht, wird sie kurzfristig geschlachtet, mit einem Bein an einem Baum aufgehängt und sachkundig ausgenommen. Das war überaus interessant und die Bilder wecken vielleicht Interesse selber auch mal eine Ziege auszunehmen. Vielleicht &#8230; <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
[[Show as slideshow]]</p>
<p><strong>May the force be with you</strong><br />
Manche behaupten, ich hätte eine Bildungslücke gehabt. Nach dem Schließen der selbigen würde ich das nicht zu 100 Prozent bestätigen wollen, aber ein Lückchen war es schon.<br />
Ich habe den 6-teiligen Science-Fiction Epos<a title="Star Wars bei wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Star_Wars" target="_blank"> Star Wars</a> geschaut. Und nicht jedes Wochenende mal einen der Filme. Nein, alle auf einmal. An einem Freitag ging es gegen 16 Uhr los. „Irgendwann zwischen dem dritten und vierten Film geben Sarah, Eva und Alex auf. Ist bereits zwischen ein und zwei Uhr. Beim letzten Teil bin ich (stolz) der Stein des Anstoßes, doch nicht kurz vor dem Ende – es ist punkt 5 Uhr – aufzugeben und auch noch die letzte Episode zu gucken. Dabei schlafen Julius und David recht dauerhaft ein. Ich habe meine „Schwächephasen“ mit Essen, schwarzem Tee und nicht zu bequemen und schlaffördernden Sitzpositionen überwunden. So halte ich als einziger bis zum Ende, um kurz nach 7 Uhr, durch.“<br />
Und auf nicht unspektakuläre Weise habe ich so mein Bildungslückchen geschlossen.</p>
<p><strong>Verlorene Bilder</strong><br />
Ich kann mir nicht zu allen schönen Bildern einen Text einfallen lassen. Das schaffe ich nicht. Darum ist eine kleine Bildershow am Ende eine gute Möglichkeit, euch mitzunehmen zu Friseur und Freund Ezekiel, posierenden FDB-Bewohnern, Kameraspielen von Arnoldi und zu dem Pflegevogel.</p>

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		<title>Special: Der erste Rundbrief &#8211; jetzt frei erhältlich</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 15:47:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr weg]]></category>
		<category><![CDATA[Special]]></category>
		<category><![CDATA[Daladala]]></category>
		<category><![CDATA[Friends of Don Bosco]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, er ist schon vier Monate alt und ich hätte ihn früher veröffentlichen können. Aber ich bin ja nun auch kein unbeschäfftigter Mensch und daher hat es sich ein wenig verzögert. Kann ja mal passieren, oder? Wie dem auch sei: Los geht&#8217;s!
Die ersten drei Monate in Tanzania sind vorbei und damit ist es nun Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, er ist schon vier Monate alt und ich hätte ihn früher veröffentlichen können. Aber ich bin ja nun auch kein unbeschäfftigter Mensch und daher hat es sich ein wenig verzögert. Kann ja mal passieren, oder? Wie dem auch sei: Los geht&#8217;s!</p>
<p>Die ersten drei Monate in Tanzania sind vorbei und damit ist es nun Zeit für meinen ersten ausführlichen Bericht.<br />
Es ist nicht gerade einfach, all die Erlebnisse und Gefühle der letzten Zeit in einem Text zusammenzufassen. Vieles sortiert sich nur langsam, ganz viele Eindrücke sind zwar aufgenommen, aber noch nicht verarbeitet. Ich werde die Differenzen in der Kultur von Deutschland und Tanzania sicher erst wirklich einschätzen können, wenn ich wieder zurück bin.<br />
Genauso schwer ist es, eine Gliederung zu finden und sich in mancherlei Hinsicht zu beschränken, um den Bericht nicht langweilig und unlesbar zu machen. Daher gibt es mit diesem ersten Brief aus Tanzania keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.<br />
Allerdings enthält er viele Dinge, die mich beschäftigt haben sowie immer noch beschäftigen. Ich hoffe, dass mir bis zum zweiten Brief (dann schon zur Halbzeit) in dieser Hinsicht etwas mehr kreatives einfällt.<br />
Trotz dieser kleinen planerischen Mängel, verbunden mit der beschwerlichen Umsetzung aufgrund der schlechten Computerinfrastruktur, hoffe ich, dass der Bericht dem Informationsbedürfnis seiner Empfänger gerecht wird.</p>
<p>Viel Vergnügen bei der Lektüre wünsche ich.<span id="more-237"></span></p>
<p><strong>Ein schwieriger Start</strong><br />
Das mir der Abschied in Deutschland leicht gefallen wäre, wäre gelogen. Es war richtig schwer. Meine erste Flugreise meines Lebens ist an mir vorübergezogen. Drei Tage nach der Landung in Dar es Salam schreibe ich von &#8220;Kulturschock&#8221;, eine Menge Selbstzweifel haben sich breit gemacht, ich fühle mich emotionslos, bin müde, kann nicht mit den Menschen um mich herum umgehen und ich denke des öfteren an Flugumbuchen und zurückfliegen. Noch bestimmt einen Monat lang erinnert mich jedes über die Stadt hinwegdonnernde Flugzeug an die Möglichkeit, dieses Experiment als ein solches zu betrachten und zu beenden.</p>
<p>Nun, ich bin immer noch in Tanzania. Was hat mich abgehalten? Ich habe an diesem dritten Tag nach der Ankunft für mich beschlossen, mindestens zwei Monate hier zu bleiben. Zwei Monate sind keine zwölf und dann kann ich mich entscheiden. &#8220;In jedem Fall habe ich Angst, es später zu bereuen. Mich zu ärgern, nach so kurzer Zeit einen vorschnellen Schluss gezogen zu haben. Daher: in zwei Monaten wird evaluiert.&#8221; (Tagebuch vom 27.7.08)</p>
<p>Nur kurze Zeit später: &#8220;Dicht gedrängt im Daladala mit einem Erdnussriegel kauenden Kindchen neben mir fühle ich mich, ganz romantisch dem Sonnenuntergang entgegenfahrend, zum ersten Mal irgendwie richtig rundum wohl und im mentalen Landeanflug auf Tansania.&#8221;<br />
Nach den zwei Monaten habe ich die Evaluation fast vergessen, weil sie nicht mehr nötig war.</p>
<p><strong>Die Friends of Don Bosco</strong><br />
Wegen ihnen bin ich hier in Tanzania und sie nehmen den größten Teil meiner Zeit und Kraft in Anspruch – d die Friends of Don Bosco. Dabei handelt es sich in erster Linie um ein Haus für Waisen- und Straßenkinder, die dort nicht nur untergebracht und verpflegt werden, sondern vor allem auch Bildung bekommen, die laut Philosophie von Gründer Evans Tegete das wichtigste für ein erfolgreiches selbstbestimmtes Leben ist. Damit liegt er meiner Meinung nach vollkommen richtig.<br />
FDB wurde 1998 von Evans gestartet, der selber Halbwaise ist. 2002 wurde es offiziell unter dem Namen Friends of Don Bosco eröffnet: Auf Grund seiner eigenen Erfahrungen, wird prügeln als Strafe nicht gern gesehen. Vielmehr setzt er auf Strafarbeit in moderatem Rahmen. Damit ist FDB eine in dieser Hinsicht sehr fortschrittliche Einrichtung in Tansania.</p>
<p>Das Personal im Center (eine, wie ich finde, etwas hochgestochene umgangssprachliche Bezeichung für FDB) arbeitet vollkommen ehrenamtlich. Evans ist eigentlich Lehrer, aber macht noch viele Dinge nebenher, um Geld zu verdienen, von welchem mindestens die Hälfte (!) in FDB fließt. Daneben gibt es noch etwa drei lokale Freiwillige, die jeden Tag dort sind. Keiner von ihnen bekommt allerdings eine Bezahlung für das, was er/sie leistet. Daüber hinaus engagieren sich viele weitere Leute, die allerdings unregelmäßig auftauchen.</p>
<p>Bei FDB in Dar Es Salaam sind etwa 50 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis etwa 25 Jahre untergebracht. All diese werden entweder in der eigenen Nursery School (vergleichbar mit Vorschule) unterrichtet oder bekommen die nötigen Schulgebühren für die externen Schulen von FDB bezahlt. Daneben gibt es noch eine Vielzahl, welche nicht dauerhaft in Dar Es Salaam wohnen, sondern auf sog. Boardingschools in ganz Tanzania verteilt ist. Diesen SchülerInnen werden ebenfalls die Schulgebühren bezahlt. Dies ist mit einem gewaltigen logistischen Aufwand am Beginn und Ende der Ferien verbunden, der nebenher einiges an Geld verschlingt, da viele der Jüngeren begleitet werden müssen.<br />
Offiziell wird bei FDB neben der Befriedigung von Grundbedürfnissen Facilitation betrieben, welches wohl am ehsten mit Sozilarbeit übersetzt werden kann. Ob dies aber im ausreichenden Maße wirklich realisiert wird, bezweifele ich im Moment ein wenig. Dennoch ist dies Bestandteil der Arbeiten und soll nicht unerwähnt bleiben.</p>
<p>Um die eigentlich nie zufriedenstellende Finanzsituation zu verbessern, wurden diverse Programme für externe zahlende Menschen aus der Umgebung ins Leben gerufen. In der Nursery School werden neben den FDB-Kindern vor allem Kinder aus der Nachbarschaft unterrichtet. Evans und Musa bieten English-Kurse für<br />
Erwachsene an. Weitere Projekte sind für die nächste Zeit geplant oder gerade im Anlaufen, wie die Einrichtung eines Qualifying Test (QT), der innerhalb von zwei Jahren (anstatt von regulären vier) zu einem Abschluss der Secondary School führt.</p>
<p>Noch einen Absatz zur Lage und räumlichen Situation. FDB liegt recht außerhalb vom Stadtzentrum, etwa 15 Kilometer entfernt, an der Fernstraße in Richtung Morogoro. Das Grundstück ist das Geschenk einer Inderin. Es gibt ein Haupthaus mit zwei Schlafräumen für die Jungen, einem für die Mädchen, sowie Toiletten, zwei<br />
Büros und einen großen Aufenthaltsraum. Daneben wurde vor einem Jahr eine große offene Halle gebaut, in welcher unterrichtet wird. Weiterhin gibt es noch drei kleinere Klassenräume und ein weiteres Jungenzimmer.<br />
Der Gesamtzustand ist äußerst schlecht. Das Wellblech auf dem Dach des Haupthauses ist stellenweise durchgerostet und das Problem wird in nächster Zeit gravierend werden. Die Ratten zerfressen die Elektorleitungen, einige Mauern sind instabil und die vor einem Jahr gebaute Unterrichtshalle macht den Eindruck, als wäre sie vor zehn Jahren entstanden.</p>
<p><strong>Probleme, die auftauchen</strong><br />
Eines der größten Probleme bei FDB ist (welch Überraschung) das Geld. Dabei gliedert sich das Problem in mehrere Einzelschwierigkeiten auf.</p>
<p>Zum ersten sind die Schulgebühren eine gewaltige Summe von 30 Millionen TZS (Rund 17.000 EUR), die jedes Jahr aufgebracht werden müssen. Dazu kommen Schuluniformen und Materialien, so dass sich mit dem Beginn des Schuljahres immer auf die größeren Sponsoren und Gönner gehofft wird, um diese Dinge bezahlen zu können. Im Moment engagiert sich ein im Goldbergbau in Tanzania beschäftigter Australier und ein Ökonom aus London mit gewaltigem finanziellen Aufwand und diese zahlen momentan auch die Schulgebühren.<br />
Trotz der beiden angesprochenen „Großspender“ fehlt es FDB an einem Sponsor. Denn alle Unterstützung ist im Moment nur temporär. Nötig wäre aber ein Dauersponsor, der beständig z.B. das Essen bezahlt.<br />
Dieser wiederum lässt sich schwer gewinnen, da es in finanzieller Hinsicht keine für mich ersichtliche Nachhaltigkeit oder Planung gibt. Sofern Geld vorhanden ist, wird es ausgegeben. Sparen wäre nötig und möglich, aber kulturbedingt ist das mit den FDBs nur schwer zu machen. Dennoch macht dies einen Dauersponsor nicht überflüssig. Vielmehr steigert es die Notwendigkeit für einen solchen, da dies kontinuierliche verlässliche Planung erst möglich machen würde. Und so eine Dauerförderung ließe sich sicher mit bestimmten Auflagen, wie etwa einer Nachhaltigen Finanzplanung verknüpfen.<br />
Problematisch ist auch, dass es an Hauptamtlichen fehlt. Zwar leisten die Freiwilligen vor Ort und die aus Europa gute und bewunderswerte Arbeit. Allerdings würde eine Bezahlung den Anreiz zu weitergehendem Engagement bieten und vor allem eine verlässliche Struktur garantieren. Außerdem wäre in irgendeinerweise<br />
richtig qualifiziertes Personal nötig, gerade, um der Strukturlosigkeit entgegen zu wirken.<br />
Informationen werden selten so weit geleitet, dass sie auch bei den Volunteers ankommen. Viele Arbeit wird aufgrund fehlender Abstimmung und Übersicht doppelt und dreifach erledigt und bindet die ohnehin knappen Ressourcen unnötig.<br />
Evans ist durch seine Arbeit als Lehrer und sein Studium eigentlich genügend eingebunden. Daneben leitet er FDB und investiert gigantisch viel Kraft darein, was ich sehr bewundere. Dennoch wäre es günstiger, wenn er sich viel mehr auf eine Sache konzentrieren könnte.<br />
Diese Dinge sind mir in den vergangenen Monaten aufgestossen. Leider lässt sich eine Lösung für alle Probleme in einem Jahr nicht bewerkstelligen. Aber einige Ansätze in die richtige Richtung gibt es bereits.</p>
<p><strong>Die Arbeit bei FDB</strong><br />
Glücklicherweise bin ich nicht allein. Fast alles läuft zusammen mit Julius und/oder Marisa und/oder den weiteren Kurzzeitfreiwilligen aus Deutschland und Dänemark, von denen ich in den drei Monaten schon fünf miterlebt habe bzw. miterlebe. Natürlich mutet die Fülle ein wenig merkwürdig an. Allerdings gestaltet sie sich viel konstruktiver als vermuten könnte. Zumal ich das Gefühl habe, dass alle Arbeiten hier viel länger brauchen, sich Kurzzeitprojekte so schnell in Langzeitprojekte verwandeln und daher sind mehr Volunteers besser als wenige. Zumindest in den meisten Fällen, wo kein Heimweh oder abweichende Vorstellungen von der Arbeit bei FDB den Aufenthalt schnell<br />
wieder beenden.</p>
<p><em>Projekt-orientierte Arbeiten</em><br />
Das wohl zeitaufwendigste Projekt ist der Bau einer Regenrinne zur Speisung des Wassertanks. Seit gut zwei Monaten werkeln Julius und ich bereits daran. Aktuell ist die Rinne auf der Vorderseite des Haupthauses fertig installiert und auf der Rückseite haben wir bereits die Bretter mit den Halterungen für die eigentliche Rinne montiert.<br />
Nun müssen die fehlenden Rinnen eingebaut werden, ein Rostschutzanstrich wäre erwägenswert und letztlich muss die Zuleitung zum Betontank konstruiert werden.</p>
<p>Viel Zeit ist auch in den sogenannten Kukuplace geflossen. Kuku bedeutet Huhn auf Kiswaheli und place ist der Platz für selbige. Eigentlich hat Anna aus Dänemark das Projekt angestossen und ich habe es von ihr übernommen. Dabei gibt es schon ein wenig Hühnerinfrastruktur mit eigenem Gehege (der bisher mehr als Müllabladeplatz genutzt wurde) mit einem maroden Zaun drumherum und einige Ställen, die für die Hühnerzucht denkbar ungünstig, weil zu niedrig oder ohne Stangen, konstruiert wurden. Nun, all dies galt und gilt es zu beheben und zu reparieren. Dazu kommt ein Kalkanstrich in den Ställen, um Bakterien abzuhalten, sowie auf dem neu erstandenen Maschendrahtzaun ein Stacheldraht, um Hühnerdieben das Herüberklettern möglichst schwer zu machen.<br />
Inzwischen fehlen nur noch einige Kleinigkeiten und dann können wir Annas Weihnachtsgeschenk &#8220;auspacken&#8221;: 40.000 TZS (rund 23 EUR) für neue Bewohner des Hühnerstalls. Langfristig sollen mit den Erlösen aus Eiern und vielleicht auch Fleisch nicht nur die Kosten für Futter, Impfungen und weitere nötige Investitionen bestritten werden, sondern ein kleiner Gewinn zu Gunsten des Kuku-Teams gemacht<br />
werden.</p>
<p>Eines der ersten Projekte war der Kauf von Schulbüchern. Zumal wir hin und wieder Lehrer spielen dürfen, war dies für einen Überblick über die Lerninhalte der jeweiligen Klassenstufen sehr gut. So haben wir unsere ersten 100.000 TZS (57 EUR) Projektgeld für einen größeren Einkauf zum örtlichen Schulbüchhändler getragen. Die Bücher wurden zwischenzeitlich von einem FDB-Bewohner geklaut, sind aber inzwischen wieder hier, wobei sie nun nicht mehr zur freien Verfügung stehen, was bedauerlich ist.<br />
Mein Unterricht in der Preform One (Vorbereitungskurs vor der weiterführenden Secondary School) war letztlich eher wenig befriedigend. Es hat mich zu einigen Gedanken über das Bildungssystem angeregt und ich habe das Gefühl, dass die Kultusdiskussionen in Deutschland eher Luxusdebatten sind. Jedoch<br />
gehört das nicht hier her.<br />
Ich habe die rund 55 Kinder in Cicivs (Staatsbürgerkunde) und History (Geschichte) unterrichtet. Zu Beginn war ich noch ziemlich euphorisch und begeistert: &#8220;Ich konzeptioniere fleißig für den Unterricht. Meinen Unterricht.&#8221; (7.10.) Bald werden aus meinen ursprünglich drei Stunden pro Woche zwei, da ein großer Teil der Kinder muslimisch ist und am Freitag in der vierten und letzten Stunde auf Grund des Freitagsgebets nicht mehr da sein kann. Generell sind meine Stunden mit einer guten Ausfallquote von geschätzten 50 Prozent gesegnet.<br />
Die Motivation nahm mit der Zeit stetig ab. Ein Unterricht, wie ich ihn mir vorgestellt habe, mit Gesprächen, Diskussionen und einer maximalen Einbindung der SchülerInnen ist schwerlich zu arrangieren, bei so vielen Kindern. Dazu kommt, dass Englisch eine für viele sehr fremde Fremdsprache ist und mein Kiswaheli schlicht zu schlecht, um wirkliche Diskussionen zu führen.<br />
Glücklicherweise ist die Preform One für dieses Jahr seit Dezember beendet.</p>
<p>Eine andere Art Unterricht ist auch ersteinmal vorbei, wenn auch aus anderen Gründen. Julius und ich haben Unterricht am Computer erteilt. Sehr sinnvoll, da viele mangels Übungsmöglichkeit nicht mal die grundlegensten Grundlagen beherrschen. Der Anfang verlief vielversprechend, aber dann verabschiedeten sich die wenigen Computer bei FDB, die allesamt mit Viren völlig verseucht sind, reihenweise.<br />
Die CD-Rom mit dem Schreibprogramm für unseren Hefter, in welchem wir die einzelnen Lektionen schriftlich fixiert haben, löste sich auf und somit ruht dieses Projekt im Moment.</p>
<p>Wenig erfolgreich haben Marisa und ich eine Deutschklasse eröffnen wollen. Das Interesse war sehr bescheiden. Nachher saßen wir mit zwei Leuten von den Mitarbeitern dort. Daher haben wir diese Idee schnell wieder beerdigt. Auch, da uns Anna schon vorgewarnt hatte, dass eine ähnliche Idee für Dänischunterricht bei ihr gescheitert war.</p>
<p>Erfolgreich haben wir die Diskussionsgruppe übernommen, die sich einmal wöchentlich trifft, um vorbereitete zufällig ausgewählte Themen in Pro- und Contragruppen zu erläutern. Drei Ziele haben wir dafür: Zum einen üben sich die Kinder in der Suche von Argumenten, und zwar nicht nur für die von ihnen<br />
bevorzugte Seite. Weiterhin trainieren sie freies Sprechen, laut &#8220;ihre&#8221; Meinung sagen und zu verteidigen. Zum dritten wählen wir die Themen natürlich mit dem Hintergrund, dass sie sich über kritische Fragestellungen Gedanken machen und kulturelle Aspekte differenzierter und eingehender betrachten.</p>
<p>Damit wir bei der Vielzahl der Projekte nicht den Überblick verlieren und neue Ideen nicht wieder in Vergessenheit geraten, haben wir einen Actionplan geschrieben. Dieser ist mehr eine Art Brainstorming, in welchem alle Ideen gesammelt sind. Theoretisch wird einmal wöchentlich evaluiert, begesprochen, was gemacht wurde, wie weit die einzelnen Dinge gediehen sind und was als nächstes in Angriff genommen<br />
werden soll.</p>
<p><em>&#8220;Alltagskram&#8221;</em><br />
Gleichwertig zu den Projekten steht das Erleben und Mitwirken im Alltag bei FDB. Dazu gehört nicht nur reden, spielen, toben, trösten und unglaublich viel Spaß zusammen zu haben. Es bedeutet mit den Jungs zu dem Spiel ihres Fußballvereins zu fahren und zuzuschauen. Es bedeutet einzelne nach Hause einzuladen und ihnen &#8220;exotische&#8221; Speisen, wie Spaghetti zu probieren oder aber die Familien (also meist Tante und Onkel) mit ihnen zu besuchen, spontan mit den Kleineren Schreibübungen zu machen oder die vielen kleinen Verletzungen zu versorgen, die man sich beim barfuß Fußball spielen zuzieht. Letztlich bedeutet es natürlich noch viel mehr.<br />
Ich habe den Eindruck, dass gerade diese kleinen Sachen den Kindern und – ich kann und will es nicht leugnen – mir unglaublich viel bringen. Eine Arbeit nach dem Motto <em>Da bin ich, mein Projekt mach ich, weg bin ich </em>ist für beide Seiten viel weniger wertvoll.<br />
Ein Beispiel: Ohne das alltägliche Dasein hätte ich nie von Jerry&#8217;s Problem erfahren. Er klagte über geschwollene Knöchel und schweren Husten. Evans meinte zu ihm, er solle ersteinmal zwei Wochen abwarten, ob sich das von selbst behöbe, bevor man zum Arzt gehen würde. Als ich Evans darauf ansprach, erklärte er mir, dass Jerry die selben Symptome aufwies, wie einer, welcher vor einem Jahr an einem Herzproblem gestorben ist. Allerdings brachte meine Nachfrage Evans dazu, dass Jerry gleich am nächsten Tag zu einer ersten Untersuchung gebracht wurde, welcher weitere folgten. Kurz vor Weihnachten habe ich dann erfahren, dass auch Jerry einen Herzfehler hat. Ich weiß nicht, ob ihm die frühere Diagnose das Leben retten kann, aber immerhin sind es zwei Wochen, die er sich weniger quälen musste und früher eine Behandlung bekommen hat.</p>
<p><strong>Land, Leute, Kultur &#8230;</strong><br />
Einige kulturelle Eigenheiten, die mir besonders bei FDB aufgefallen sind, lassen sich aus dem bisherigen Text entnehmen. Aber auch darüber hinaus ist es ein Abenteuer sondergleichen. Vieles gewohnte und bekannte wird ungefragt in Frage gestellt und selbstverständlich völlig anders betrachtet und behandelt.</p>
<p>Eine wichtige Formel im Umgang mit den Menschen hier, habe ich schon eine Woche nach der Ankunft in einer Bar in Tegeta von Mr Micheal gelernt: &#8220;Tanzanians are very peaceful people.&#8221; Das stimmt.<br />
Das Afrikabild vieler Leute in Europa kann man hier kurzerhand in den nächsten Straßengraben (Mülleimer gibt&#8217;s hier auch dafür leider nicht) werfen. Keine andauernde Militärpräsenz, keine bewaffneten Aufstände und im historischen Rückblick ein seit der eigentlichen Staatsgründung 1964 andauernder weitgehender innerer Frieden.</p>
<p>Begründet liegt dies in der gewaltigen Leistung des ehemaligen und bis heute sehr verehrten und dabei bedauerlicherweise etwas überhöhten Präsidenten Julius K. Nyerere. Er hat die Angehörigen der 120 Stämme in Tanzania dazu gebracht in erster Linie TanzanierIn zu sein. Religion und Stammeszugehörigkeit wurden zweitrangig. Damit hat er zwei gewaltige Risikofaktoren für den Frieden im eigenen Land erfolgreich auf ein gutes Maß beschränkt.</p>
<p>Die durchschnittlichen Tanzanier sind locker, lässig und beherrscht. In den ganzen drei Monaten habe ich eine wirkliche Schlägerei gesehen. Die Menschlichkeit setzt allerdings in einem Punkt aus: sobald es um das motorisiert von A nach B kommen geht. Dabei gilt hier das Recht des Stärkeren bis auf&#8217;s Blut. Als Fußgänger steht man natürlich am Ende der Rangordnung und das bedeutet, rechtzeitig aus dem Weg springen oder überfahren werden. Wenn man mit vielen anderen mit dem Daladala (Minibusse, mit welchen ein Großteil des ÖPNVs organisiert wird) in eine bestimmte Richtung fahren möchte, dann kann es passieren, dass &#8220;sich die<br />
sonst so ruhigen Afrikaner in kleine Krieger verwandeln und mit aller Kraft versuchen, sich in den Bus zu drängen.&#8221; (29.9.)</p>
<p>Bis heute ist Tanzania ein laut Verfassung sozialistischer und demokratischer Staat. Die Leute praktizieren die Idee des gemeinsamen Eigentums recht intensiv. So tauchen Sachen, die einer mit zu FDB gebracht hat, irgendwann später bei jemand ganz anderem auf. Und niemand stört sich daran. Fast täglich will jemand mein Handy benutzen und meine Mützen sind auch mal einen Woche lang irgendwo im Haus unterwegs. Es ist erstaunlich, wie gut das funktioniert und das es gefühlt nicht so viel Streit um solche Dinge gibt, wie bei uns, wo alles in festen Eigentumsverhältnissen ist.<br />
Trotzdem ist es hin und wieder sehr anstrengend, wenn man mal keine Lust hat, seine Kamera zu verborgen. Allerdings hat man hier, wie bei vielen Dingen auch, den &#8220;Weißenbonus&#8221; und kann sich ein wenig aus den kulturellen Verpflichtungen winden.</p>
<p><strong>&#8230; und ich mitten darin.</strong><br />
Seit mehr als drei Monaten lebe ich nun in Dar Es Salaam. Rausgekommen aus der 3-Millionen-Stadt bin ich nur für einen kurzen Ausflug ins circa 10 Kilometer entfernte Kibaha. Das zweite Mal zelebriere ich gerade als meinen ersten Urlaub im nicht alzuweit entfernten Morogoro, denn drei Monate Dar Es Salaam bedeuten auch<br />
drei Monate quasi durchgearbeitet und nie mehr als zwei Tage am Stück frei gehabt.<br />
Anfang Januar habe ich deutlich gemerkt, dass eine Pause unbedingt dran ist. Da fiel die Entscheidung für den viertägigen Kurzurlaub, denn ich sehr genieße.</p>
<p>Auch beim Kiswaheli hat es in letzter Zeit einen Einbruch gegeben. Eigentlich wäre es nötig viel mehr zu lernen. Ich habe nach den drei Monaten immer noch das Niveau eines 3-Wochen-Touristen. So sehr wie es mich ärgert, fehlt es doch meist an der Motivation gerade jetzt wieder Vokabeln zu lernen oder manchmal schlicht an der Zeit. Das ist umso ärgerlicher, da Kiswaheli eine wirklich einfache Sprache ist, mit wenigen Unregelmäßigkeiten, manchen Ähnlichkeiten zum Deutschen und einer übersichtlichen leichten Grammatik.<br />
Ich werde mich in den nächsten drei Monaten intensiver darein vertiefen. Ohne Kiswaheli ist man wirklich aufgeschmissen, da Englisch von sehr wenigen gut, von manchen verständlich und von sehr vielen schlecht und gar nicht beherrscht wird.</p>
<p>Was mich in der Vorbereitung des Berichts ziemlich beschäftigt hat, war die Frage, in wie weit mich die Dinge, die ich hier erlebe, die ich sehe und höre, beschäftigen.<br />
Irgendwann stellte sich mir die Frage, ob ich meine Gefühle zu hause gelassen habe. So gibt es zum Beispiel im Stadtzentrum von Dar Es Salaam (wo auch die meisten &#8220;reichen Weißen&#8221; unterwegs sind) diverse Leute mit Behinderungen, die am Gehwegrand betteln. In den ersten Tagen habe ich über einen Jungen, der Geld für Essen von uns haben wollte geschrieben, mit dem Fazit: &#8220;Sicher ist es eine fürchterliche Situation, in der sich diese Menschen befinden, aber verrückterweise beschäftigt mich dies bisher fast gar nicht. Was ich sagen will ist nicht, dass ich es gut finde, derart distanziert das Leid anderer zu betrachten, aber ich möchte mich nicht zu Mitleidskomplexen aufschwingen, wenn ich doch eigentlich gar nicht so empfinde.&#8221; (29.9.)</p>
<p>Was mich zumindest temporär wirklich beeindruckt hat, war ein Taxifahrer, der einen ohnmächtig gewordenen Fahrgast aus dem Auto zerrte und auf dem Gehweg ablegte. Dann fuhr er davon. Der Umgang mit dem Leid anderer Menschen ist stellenweise sehr gewöhnungsbedürftig. Auch wenn es als Schutzreaktion nachvollziebar ist, dass man sich neben all den eigenen Problemen nicht noch ausgibig mit dem anderer fremder Leute beschäftigen kann.</p>
<p>Zum Schicksal der FDB-Bewohner: &#8220;Dass sie zu einem Großteil eine heftige Vergangenheit haben, macht man sich eigentlich nur ziemlich selten bewusst. Aber ich glaube, dass ist gut so. Denn so sehr sie vielleicht eine extravagante Behandlung verdient hätten, so sehr kann die ihnen aber längerfristig womöglich mehr schaden, als nützen.&#8221; (6.11.)</p>
<p>Dennoch: Bisher gibt es nichts, was mich dauernd beschäftigt. Es gibt Momente, in denen ich schockiert bin, traurig oder wütend. Aber das geht schnell vorbei.</p>
<p>Einen Teil dazu trägt der Umgang der Menschen selbst mit ihrem und anderem Leid bei. Zum Beispiel Abdul, Straßenverkäufer in Kimara, der mir berichtet hat, dass das Baby seines Bruders gestroben ist. Der Bruder ist allerdings unterwegs und kulturgemäß muss sich ein Mann um eine derartige Angelegenheit kümmern. In diesem Fall war es Abdul. Dabei erklärte er mir, dass Weinen nicht geht. Wenn der Mann weint, dann stirbt die Familie. Wenn die Kinder weinen und die Frau ist das okey, aber wenn der Mann auch noch anfängt, dann ist alles verloren, so meint er.<br />
Grundsätzlich redet man über seine Probleme auch nicht mit anderen Leuten. Auf die Erkundigungen nach dem Wohlbefinden am Anfang eines Gesprächs antwortet man grundsätzlich &#8220;Nzuri sana &#8211; Sehr gut&#8221; und &#8220;Nzuri &#8211; Gut&#8221;. Somit erspart man dem Gegenüber, sich zu sehr Gedanken über Sachen machen zu müssen, die ihn eh nicht wirklich betreffen. Genau das gleiche erwartet man natürlich umgedreht ebenfalls.</p>
<p>Also sind meine Gefühle sicher irgendwie mitgekommen. Dennoch ist es wohl mein eigenes &#8220;Schutzschild&#8221;, als auch der Umgang, den die Leute hier mit schrecklichen Dingen pflegen, der ein wenig auf mich abfärbt und in gewisser Weise &#8220;kühler&#8221; macht.</p>
<p><strong>Erstes Fazit aus dem ganzen</strong><br />
Nun, wie eingangs schon gesagt, braucht alles seine Zeit zum Setzen, Überdenken und seine Schlüsse drauß ziehen. Von daher fällt dieses erste Fazit vielleicht etwas enttäuschend knapp aus. Es ist aber im Moment sehr schwierig, alles wirklich einzuschätzen und für sich zu bewerten und einzuordnen. Es gibt so viele tolle Dinge, schöne und gute Momente, aber auch anstrengende und nervige.</p>
<p>Ich kann gerade nur verkünden, dass ich sehr glücklich bin, dass ich dieses Jahr in Tanzania erleben darf. Mit allen Höhen und Tiefen, denn ich glaube, dass diese beiden Dinge und die damit verbundenen Erfahrungen dieses Jahr zu einer so reichhaltigen Erfahrung machen, wie ich sie mir gewünscht habe und weiter wünsche.</p>
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		<title>Zanzibar</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 16:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bilder von hier]]></category>
		<category><![CDATA[Jahr weg]]></category>
		<category><![CDATA[Von hier berichtet]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Ferien]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzania]]></category>
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		<description><![CDATA[28 Seiten Tagebuch habe ich während meiner sieben Tage auf Unguja gefüllt. Vielleicht klappt es mit dem Auszug und einigen Bildern etwas von dem nicht unbesonderen Zanzibar-Flair rüberzubringen.
Zu Beginn muss die Begrifflichkeit Zanzibar geklärt werden. Genau genommen bin ich auf die Insel Unguja gereist – allgemein und weit bekannt als Zanzibar. Es ist nicht verkehrt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>28 Seiten Tagebuch habe ich während meiner sieben Tage auf Unguja gefüllt. Vielleicht klappt es mit dem Auszug und einigen Bildern etwas von dem nicht unbesonderen Zanzibar-Flair rüberzubringen.</p>
<p>Zu Beginn muss die Begrifflichkeit Zanzibar geklärt werden. Genau genommen bin ich auf die Insel Unguja gereist – allgemein und weit bekannt als Zanzibar. Es ist nicht verkehrt, wenn man Zanzibar sagt. Jedoch meint es nicht nur die Insel Unguja, sondern das nicht ganz so berühmte Eiland Pemba sowie einige dutzend weiterer Inselchen. Zanzibar ist eine Verwaltungseinheit und nicht der Name einer speziellen Insel. Um Menschen, die diesen ersten Absatz versehentlich überlesen haben im weiteren Verlauf nicht zu verwirren, bleibe ich bei dem ungenauen, aber keinesfalls falschen Wort Zanzibar.</p>
<p><span id="more-234"></span><br />
<strong>Geschehnisse rund um die Fähre</strong></p>
<p>Nach einer anstrengenden Busfahrt komme ich müde am Fährhafen an. Dies erweist sich als für mich unvorteilhaft, da beim Ticketkauf ungebrochene Aufmerksamkeit erforderlich ist. Diese kann ich nicht aufbringen und zahle so für meine Fahrkarte 20.000 Tsh (rund 12 EUR), anstatt der 15.000, wie sie auf dem Ticket vermerkt sind. Ich begehre kurz, leise auf und man erklärt mir: „Polizeigebühren“. Ahsoluter Schwachsinn, aber ich bin aus dem Office raus, als ich mir bewusst werde: da hat man mich verarscht. Anders kann man es nicht bezeichnen.</p>
<p>Das die Abfahrtzeit von 12.00 Uhr auf über eine halbe Stunde später verrutscht, liegt womöglich daran, dass das Transportmittel ein Tanzianisches ist und von daher Pünktlichkeit nicht die allergrößte Rolle spielt.<br />
Veralbert hat man mich jedoch, was die Fahrzeit angeht. Zwei Stunden – Fast Ferry – so wurde mir erzählt. Geschafft, wie ich war, sagte ich nur „jaja“. Kein Drama, dass es selbst laut Fahrplan eine Stunde mehr ist. Aber im Zusammenspiel mit der letzten bemerkenswerten materiellen Fährgeschehnis ist der Start in den Urlaub ein wenig zu aufregend.</p>
<p>Ich beziehe meinen Platz in der Economy Class und bin glücklich, dass es jetzt losgeht und alles geschafft ist. Erkunde das Boot und das Oberdeck und unterhalte mich mit einem Zanzibarischen Guide, der mir umgehend eine Tour verkaufen möchte. Ein Herr taucht auf, trägt eine ID am Hemd und erklärt mir, dass er mich umsetzen möchte. Von der E- in die VIP-Class. Das ist ja super, denke ich mir. Auf geht’s.<br />
Als ich meinen neuen Platz bezogen habe, gehe ich mit dem Herren wieder an Deck und dort meint er plötzlich, dass ich ihm ja eine Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte. Ich bin wahnsinnig sauer, weil man wieder irgendwas mit mir macht, um im Anschluss dafür Geld zu verlangen. Ich gebe sie ihm am Ende, fühle mich aber gepflegt übers Ohr gehauen.</p>
<p>Ich hasse dieses Verhalten unglaublich, aber ich hatte schlicht keine Lust mehr und wollte nur meine Ruhe haben. Für den Preis hätte ich auf jeden Fall wirkliche Fast Ferry &#8211; 1st Class fahren können.</p>
<p>Der Hafen von Dar es Salaam und der Indik von der „Seagull“ aus.<br />[[Show as slideshow]]
<p><strong>Stone Town macht Spaß</strong></p>
<p>Eine Touristenbroschüre könnte Stone Town vermutlich als „Das ruhig schlagende Herz Zanzibares“ anpreisen. Dabei ist Stone Town nur der Altstadtteil von Zanzibar Town, direkt an der Wasserfront. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den Neustadtpart nur einmal zufällig intensiver angeschaut habe, als ich mich während meiner Vespa-Tour verfahren hatte.<br />
Spannend ist die Neustadt sicherlich, die Architektur soll in Richtung DDR-Neubau-Gebiet gehen. Beim nächsten Mal werde ich das nachholen. Von der Architektur und dem Stadtbau in der Altstadt war ich so begeistert, dass ich dort zwei einhalb Tage allein mit rumlaufen beschäftigt war.</p>
<p>Noch am Abend meiner Ankunft bin ich durch die Gassen gelaufen . Und habe mich verlaufen. Das ist nicht schwierig und die Stadt hat meinen Orientiertungssinn bis zum Ende vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Aber seine Orientierung zu verlieren ist nicht schwerwiegend. Selbst Buch-Reiseführer, die keinesfalls zu laschen Sicherheitsempfehlungen neigen, sagen, dass man vergleichsweise gefahrlos sogar in der Nacht in Stone Town rumlaufen kann. Wenn man sich verlaufen hat, geht man ein wenig in eine Richtung und kommt so immer zu irgendeiner Stelle, die man kennt und von welcher man nach Haus findet.<br />
Das aufregende ist, dass man ständig, und wenn man eine Strasse schon so oft entlang gegangen ist, neue Geschäfte, Swahelitüren, kleine Cafès und ähnliches findet. Darum macht es so viel Spaß, einfach nur zu schlendern und zu gucken.</p>
<p>Die meisten Gassen sind zu schmal für Autoverkehr. Der Transport wird zum Großteil mit Hand-, gelegentlich mit Eselwagen erledigt. Dazu kommen Fahrräder und Motoroller, die durch die engen Strassen düsen.</p>
<p><strong>Matemwe – ein Küstendorf</strong></p>
<p>Zwei Tage sind zur Sommer-Sonne-Strand-Entspannung eingeplant und dafür fahre ich nach Matemwe. Ein Dorf mit 700 Einwohnern und einigen Hotels drumherum mit günstigen Preisen von über 750 $US pro Übernachtung. Wobei Sommer, Sonne und Strandgänge eher Mangelware sind. Ob es an der Regenzeit liegt?<br />
Ich genieße: keinen Stress, keinen Lärm, Meeresrauschen, Schwimmen gehen und viel Lesen.</p>
<p>Die Ausflüge in das Dorf selbst sind eher anstrengend. Touristen kommen scheinbar öfter vorbei und die Kids sind trainiert. Kaum kam ich auf den Dorfplatz, wurde ich von 20 Kindern umringt, die alle meinten: „picha kwa hella“ &#8211; Bilder für Geld. Ich hatte weder Kamera, noch Geld noch Lust darauf einzugehen.</p>
<p>Ein kleines Stück weiter werde ich von einer Gruppe Frauen herangewunken. Eine sitzt dort mit ihrem Baby, nicht mal ein halbes Jahr alt, und meint, ich sollte es mal halten. Will ich eigentlich nicht und komme mir albern vor. Trotzdem, ich halte es, bis es anfängt komisch zu quäken und ich es zurückreiche. Währenddessen meint eine Frau in dieRunde, die inzwischen auf über 30 Leute angewachsen ist, dass ich für das Halten vom Kind bezahlen sollte. Also Geld. Sie sagt es auf Kiswahli, welches ich auch so weit wie möglich dort rede. Vielleicht werde ich deshalb letztlich doch nicht direkt zum Geld bezahlen aufgefordert.</p>
<p>Aber es ist das beherrschende Thema von 90 Prozent aller Gespräche, die ich im gesamten Urlaub führe. Fast immer kommt das Thema „Kannst du mir nicht da helfen“ oder „du willst doch das hier kaufen“ hoch und ich finde es irgendwann nicht mehr lustig. So schreibe ich am Ende des ersten Tages dort: „Ich bin recht genervt von dem Dorf und seinen komischen Einwohnern. Man fühlt sich wie ein Selbstbedinungs-ATM (Geldautomat), wo man seine Wünsche nur dreist genug äußern muss.“<br />
Allerdings muss ich dem Dorf unbedingt zu Gute halten, dass ich dort sehr leckeres frisches selbstgebackenes Brot kaufen konnte, die Kinder, als ich ihnen versicherte, dass ich kein Geld mithabe, doch nett waren und meine Unterkunft (siehe betreffendes Kapitel) klasse war.</p>
<p>Zum Anfang hatte ich das Prinzip von Ebbe und Flut an der dortigen Küste noch nicht ganz durchschaut. So bin ich am ersten Tag bei Ebbe baden gegangen und das war ein Fehler. Es war elendig flach, nie tiefer als bis zum Bauchnabel und felsig. Alles noch nicht so schlimm, wären da nicht die Seeigel, die man in Form vieler vieler schwarzer Klumpen unter Wasser sieht und die sich einem in den Fuß oder allgemein überall hin bohren wollen. Zwar bin ich – welche Voraussicht – mit meinen Latschen unterwegs, aber das macht das Laufen beschwerlich und irgendwann gebe ich mich geschlagen. Bei Flut: wunderbar. Obwohl ich das Ozeanwasser nicht so gut leiden kann – viel zu salzig für mich als Ostseekind.</p>
<p>Ach, von Kocha muss ich noch erzählen. Er wollte mich zu einer Schnorcheltour überreden, worauf ich aber keine Lust hatte. Er hat mir dennoch seine Karte gegeben mit einem sehr begeisterndem Englisch.</p>

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	<img class="ngg-singlepic" src="http://lala-salama.de/index.php?callback=image&amp;pid=141&amp;width=320&amp;height=240&amp;mode=watermark" alt="kocha.jpg" title="kocha.jpg" />
</a>

<p>Ich habe ihm vor meiner Abfahrt eine korrigierte Version auf die Rückseite geschrieben und in seiner Hütte hinterlassen.</p>
<p><strong>Mit der Vespa durch das Land</strong></p>
<p>Am Ostermontag habe ich mich in ein kleines Abenteuer gestürzt. Ich habe mir für einen halben Tag eine Vespa ausgeliehen und die Insel erkundet.<br />
„Eigentlicher Plan ist, die Maruhubi- und Mtoniruinen zu besichtigen, aber ich verpasse irgendwie beide Abfahrten und lande in Bububu. Zurückfahren will ich nicht und stattdessen mache ich einen planlosen Trip über die Dörfer im Inselinneren. Die Wahl ist sehr gut. Viele viele Kinder winken, Erwachsene grüßen. Weiße sind in diesem Teil der Insel vermutlich eher selten anzutreffen, wobei die Gegend beeindruckend schön.“<br />
Ein kleines Problem habe ich, als bei einer Rast meine Vespa umfällt, die Zündkerze dreckig wird und nicht mehr startet. Aber das Problem ist nur ein kleines, da drei Anwohner auf Fahrrädern vorbei kommen, das Problem fachmännisch beheben und ich weiterfahren kann.<br />
Fast überall ist der Verkehr minimal und das Fahren über die überraschend guten Strassen macht schlicht Freude. Selbst der Linksverkehr macht mir keine Probleme. Abgesehen von zwei Kreuzungen, wo ich mich falsch einordne und beide Male von entgegegnkommenden hupenden Daladalas an die richtige Seite erinnert werde.<br />
Den Punkt, der das ganze noch mal doppelt aufregend gemacht hat, will ich hier nicht ausbreiten. Es ist spannend mit einem Führerschein in Dar es Salaam (ich hatte ihn vergessen) auf Zanzibar Vespa zu fahren und durch Polizeikontrollen zu kommen.<br />
Fotos gibt es keine, außer zwei Selbstportraits, die ich während der Pause mit der umgefallenden Vespa gemacht habe.</p>

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	<img class="ngg-singlepic" src="http://lala-salama.de/index.php?callback=image&amp;pid=142&amp;width=320&amp;height=240&amp;mode=" alt="vespa-1.jpg" title="vespa-1.jpg" />
</a>

<p><strong>Meine Unterkünfte</strong></p>
<p>Das erste Zimmer war eine Notlösung. Zu teuer und mit langer Mängelliste: Fehlend: Wasser aus der Dusche, Brille auf dem Klo, Papier für selbiges, Papierkorb und Tisch. Insgesamt ist es runtergekommen, hat ein Fenster &#8211; auf den Flur und ein bereits einmal aufgebrochenes und notdürftigst repariertes Schloss an der Tür. Trotz netter Leute und gutem Frühstück nur bedingt empfehlenswert.<br />
Darum ziehe ich gleich am nächsten (Oster-)morgen in das Flamingo Guest House um. Man sieht die gute Laune, oder <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>

<a href="http://lala-salama.de/wp-content/gallery/einzelbilder/abfahrt-vuga.jpg" title="" class="thickbox" rel="singlepic140" >
	<img class="ngg-singlepic" src="http://lala-salama.de/index.php?callback=image&amp;pid=140&amp;width=320&amp;height=240&amp;mode=" alt="abfahrt-vuga.jpg" title="abfahrt-vuga.jpg" />
</a>

<p>Dort habe ich ein Einzelzimmer und bin sehr zufrieden. Das Haus hat eine Dachterrasse mit wunderbarem Blick über Stone Town und ein etwas launisches Personal. Aber es ist TipTop und für meine Backpacker-Ansprüche genau richtig. Zwei Tage lebe ich dort glücklich und zufrieden.</p>
<p>In Matemwe miete ich mich bei Mohammeds Bungalows in einen Bungalow ein. Ausgelegt für vier Leute mit zwei Doppelbetten bewohne ich die nette Hütte, etwa 30 Sekunden vom Meer weg, für zwei Nächte allein. Zum Frühstück werden die besten Pancakes (Eierkuchen) serviert, die ich seit sieben Monaten gegessen habe. Nebenher waren die Angestellten dort sehr angenehme Menschen – ja, die angenehmsten, die ich in Matemwe getroffen habe.<br />
So sah es aus:</p>[[Show as slideshow]]<p>Für die letzte Nacht auf Zanzibar – wieder zurück in Stone Town – habe ich mir richtig was gegönnt und für immerhin 25.000 Tsh (rund 15 EUR) eine Suite im Narrow Street Hotel bezogen. Ich bekam ein riesiges Zimmer, mit kleinem TV, Telefon, (kaputter) Air Condition, einem riesigen Bett und Vorhängen, mit welchen ich es richtig in Wohn- und Schlafzimmer unterteilen konnte. Ein weiteres Zimmer, mit Schrank und Spiegel – zum Ankleiden. Das Bad war nicht sonderlich nobel, aber hatte einen Wassererhitzer und ich duschte – es klingt unglaublich – warm. Leider fehlte eine Dachterrasse, wie im Flamingo. Stattdessen nur ein Balkon.<br />
Vorhang auf für meine letzte Zanzibarunterkunft.</p>[[Show as slideshow]]<p>Eine weitere Nacht brauchte es noch, bis ich wieder mein heimatliches Zimmer beziehen konnte. Diese weitere Nacht habe ich auf der „Flying Horse“ nach Dar es Salaam verbracht. Der Preis ist günstig. Dafür ist man auch die ganze Nacht unterwegs – bzw. zumindest auf dem Wasser. Die Fähre legte mit einer Stunde Verspätung ab und ging dann für drei weitere Stunden vor Zanzibar vor Anker. Da der Zoll in Dar es Salaam erst um 6.00 Uhr anfängt zu arbeiten, muss die Fähre irgendwo warten.<br />
Ich wurde, diesmal ohne Aufpreis, ohne Nachfrage in der VIP-Lounge einquartiert, trotz Economy-Ticket. Ich fühlte mich etwas merkwürdig dabei, aber im Nachhinein bin ich dankbar – so hatte ich sogar eine Matratze, die überall auf dem Boden ausgelegt werden, für mich. In der Economy und auch draußen lagen die Leute annährend übereinander. Überall lagen schlafende Afrikaner zwischen Kisten, Taschen und Säcken. Es war schwer, durch die Gänge laufen, ohne auf welche zu treten.<br />
Der Schwierigkeitsgrad wurde weiter gesteigert, als mit zunehmender Länge der Fahrt auch das Schaukeln zunahm. Ich würde behaupten, dass es noch bei keiner Seefahrt in meinem Leben mehr geschaukelt hat. So etwas stört mich eigentlich nicht, aber schlafen konnte ich dennoch nicht. Daher bin ich gegen 2.00 Uhr, als das Boot bereits eine Stunde unterwegs war, nach draußen, an das Heck des Bootes gegangen und habe mir das Meer und vereinzelte seekranke Menschen angeschaut. Um 5.00 Uhr morgens als wir vor Dar es Salaam unter Land kamen und die Wellen klein und langweilig wurden, bin ich wieder rein und schlafen gegangen. Eine Stunde später weckte mich der Mann neben mir mit dem Hinweis, dass schon fast alle ausgestiegen sind.</p>
<p><strong>Und Ostern?</strong></p>
<p>Ich habe Ostern verpasst. Einen Tag nach meiner Ankunft war ich mit den örtlichen Gegebenheiten noch gar nicht weit genug vertraut. Außerdem musste ich als erste Aktion des Tages mein Quartier wechseln. Ich schaute mir die Gottesdienstzeiten der beiden Kirchen an und wollte am Nachmittag hingehen, da alle anderen bereits vorbei waren. Aufgrund des Feiertages waren jedoch die GoDis am Vormittag die einzigen. Die am Nachmittag entfiehlen.<br />
Immerhin – ich habe mir ein Osterabendessen genehmigt: Zanzibar-Pizza (spricht man in Kiswaheli natürlich pisa aus). Hat geschmacklich nicht so viel von echter Pizza, sondern eher etwas von Döner. Das war absolut nicht schlimm und ich hatte ein leckeres Ostermahl – auf der Dachterrasse mit Ausblick verzehrt.</p>
<p><strong>Schluss für heut</strong></p>
<p>Aufgrund der schönen, aber fast schlaflosen Rückfahrt war der Erholungseffekt des Urlaubs recht zügig aufgebraucht. Im Moment bin ich gerade auf dem Weg zurück in den Alltagstrott, der sich bald wieder vollständig einstellen wird.<br />
Allerdings ist die nächste Reise schon am Wochenende – nach Bagamoyo für eins bis zwei Tage um den 20 Geburtstag (nach) zu feiern.<br />
Zum Ende noch eine kleine letzte Bildershow <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>[[Show as slideshow]]]]></content:encoded>
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		<title>Überschriftsfreier bebilderter 1642 Wörter enthaltender Bericht</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 17:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Von hier berichtet]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Friends of Don Bosco]]></category>
		<category><![CDATA[Krank]]></category>
		<category><![CDATA[Problem]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich wollte mich nicht noch mal dazu hinreißen lassen, mich über das Vergehen und Vor-sich-hin-rasen der Zeit auslassen. Nur &#8211; ich komme nicht umhin. Es ist die einzige Rechtfertigung dafür, dass ich schon wieder mehr als einen Monat ohne nennenswerte Einträge an dieser Stelle vergehen ließ. Wenn die Zeit langsamer vergehen würde, dann hätte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte mich nicht noch mal dazu hinreißen lassen, mich über das Vergehen und Vor-sich-hin-rasen der Zeit auslassen. Nur &#8211; ich komme nicht umhin. Es ist die einzige Rechtfertigung dafür, dass ich schon wieder mehr als einen Monat ohne nennenswerte Einträge an dieser Stelle vergehen ließ. Wenn die Zeit langsamer vergehen würde, dann hätte ich mehr von ihr und könnte euch mehr mit Tanzania-Geschehnis-Beschreibungen beglücken. In der Theorie zumindest.<br />
Zu meiner Entschuldigung: Ich habe viel geschrieben in den letzten zwei Wochen, weil der zweite Brief an FöderInnen und FreundInnen fertig werden musste. Zwölf Seiten intellektuell anspruchsvolle Lektüre. Den ersten Brief von Mitte Januar werdet ihr in den nächsten Tagen, bevor ich mich zu meinem Zanzibar-Urlaub aufmache, hier frei verfügbar lesen können.</p>
<p>Auf jeden Fall freue ich mich, dass es nun mal wieder geklappt hat und wünsche Freude am Lesen und Gucken, denn diesmal gibt es die Bilder integriert.<br />
<span id="more-228"></span></p>
<p><strong>Meine Form One<br />
</strong>Nicht das es mir ernstlich gefehlt hätte, das Unterrichten. Nun aber merke ich, dass es nicht das schlimmste ist, was man hier so machen kann und das es Dinge gibt, welche ich wesentlich schlechter kann. Seit einem Monat spiele ich an vier Tagen in der Woche für insgesamt sieben Stunden in drei Fächern &#8211; geography, history und civics – Lehrer. Die Überschrift ist ein wenig übertrieben, weil es unsere Form One ist, die ich mit Julius, the teacher for mathematics and physics, und Marisa, english and biology, gemeinsam betreue. Locals unterrichten nur Kiswaheli und Chemie.<br />
Die Kinder, die des Englischen nur wenig bis annährend nicht mächtig sind, sollen auf eben dieser Sprache unterrichtet werden – eine nette entscheidende Unsinnigkeit dieses Bildungssystems. Für mich ist das irgendwie günstig, da mein Kiswaheli bei weitem nicht ausreicht, um Weather and Climate, Human Rights und anderes zu erklären. Auf der anderen Seite bringt es genau gar nichts, wenn ich mich zwar ausdrücken, ihnen den Stoff aber nicht vermitteln kann. Das Problem wurde mir nach der ersten Stunde bewusst und ich habe eine Lösung gefunden.<br />
Laut dieser besteht eine typische Stunde bei Mr President und/oder Mr Bean (Synonyme für Jonathan – sogenannte AKAs &#8211; also known as) aus zwei Teilen. Im ersten werden Vokabeln erarbeitet, die dann im zweiten, wo es um den eigentlichen Unterrichtsinhalt geht, benötigt werden. Um das ganze interaktiver zu gestalten, haben wir fünf English-Kiswaheli-Wörterbücher gekauft, so dass sich zumindest auf jeder Bank eines zum Nachschlagen findet. Bedauerlicherweise wurde eines bereits geklaut. Schade sowas!<br />
Überaus angenehm ist, dass es nur 17 Kinder sind. Somit kann man die Klasse leichter im Zaum halten, man ist schneller mit dem Durchsehen von Arbeiten fertig und außerdem kann man auf einzelne eingehen. Kein Vergleich zur Pre-Form One, die ich Ende des letzten Jahres unterrichtet habe und mir über 50 Kinder gegenübersaßen. Im Laufe des Monats ist eine Schülerin an eine andere Schule gewechselt und drei neue dafür hinzugekommen. Das ist natürlich nicht so super, weil die neuen im Stoff noch gar nicht so weit sind.<br />
Abgesehen davon und das gelegentliche ernste Worte der Ermahung, des Bittens um Ruhe und die Erledigung der Hausaufgaben nötig sind, was mich mit Schrecken an meine eigene Schulzeit erinnert, nur das die Positionen da noch anderes waren, macht es mir inzwischen ernstlich Spaß. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber es ist eine spannende Herausforderung. Nichts, was ich mein Leben lang machen wollen würde und dennoch etwas, worin ich insgesamt auch nicht ganz schlecht bin. Bilde ich mir ein <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> <br />
Am Mittwoch habe ich Examinations in Civics und History schreiben lassen und damit ist nun erstmal bis zu meinem Geburtstag frei. Die Resultate sind nicht gut, aber nach einem Monat gemeinsamen Unterrichts kann man auch nicht so viel erwarten. Nach den Osterferien geht’s weiter.</p>
<p>Gestatten, dass ich kurz vorstelle: Meine Form One und Mr President in action
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<p><strong><br />
Von Eis und Schnee tun mir die Pfoten weh<br />
</strong>Vermutlich war es das, was eines meiner Weihnachtspakete dazu brachte, für die Strecke von Rügen bis ins Dar Es Salamer Postamt fast genau vier Monate zu brauchen. Irgendwo vor dem Flughafen in einer Schneewehe stecken geblieben, angefroren und nicht weitergekommen. Mit dem Frühling tauchte dann das Paket wieder auf, taute auf und wurde umgehend zugestellt. Und so kam es, dass ich am 19. März ein Paket bekam, welches am 19. November (letzten Jahres wohlbemerkt) abgeschickt worden war. So ein Weihnachtsmann schmeckt noch viel besser, wenn er drei Monate in einer Eiskammer eingefroren war. Warum er trotzdem ein wenig angeschmolzen und deformiert war? Warum ich eigentlich vermute, dass es eine Schlamperei der Deutschen Post AG, der Tanzanian Post Authority oder gleich beiden zusammen war? Fragen über Fragen &#8230;</p>
<p><a name="falscheralarm"><strong>Falscher Alarm?</a><br />
</strong>Ein Gesundheitsproblem hat uns Volunteers für einige Zeit ordentlich zu denken gegeben. Nicht, dass es jemanden von uns betroffen hätte, sondern ein FDB-Mädchen names Mwanaisha wurde ins Krankenhaus gebracht und wir erfuhren kurz darauf, dass eine Operation am Herzen nötig sei. Ein Virus habe eine der Herzkammern befallen, die sich daraufhin stark vergrößert hätte. Ach, und der Kostenpunkt liegt bei gerade einmal 6 Millionen Tanzianischen Shillingen (etwa 3.500 EUR). Geld, welches FDB nicht hat.<br />
Wir begannen zu überlegen und entschieden uns, in Deutschland um Hilfe zu bitten. Verwandte, Freunde, Lokalzeitungen wollten wir kontaktieren, um mitzuhelfen, die Summe zusammen zu bekommen. Gleichzeitig war das Krankheitsbild für uns immer noch schwammig und bevor wir in Aktion treten wollten, musste unbedingt ein Gespräch mit dem behandelndem Arzt her, um genaue Infos zu bekommen.<br />
Das Gespräch gab es wirklich.Ich konnte krankheitsbedingt nicht dabei sein, aber Marisa und Julius berichteten im Anschluss: Es gibt noch gar keine gesicherten Ergebnisse. Erstmal mussten diverse andere Krankheiten beseitigt werden, damit das Herz wirklich gescannt werden kann. Ob eine Operation nötig ist oder nicht, entscheidet sich erst in der nächsten Zeit.<br />
Uns wurde hingegen gesagt, dass die Operation innerhalb der nächsten drei Monate unbedingt durchgeführt werden müsste.<br />
Falscher Alarm war es vielleicht. Sollte die OP wirklich nötig sein, wirklich so viel Geld kosten und sich keine andere Quelle auftun sollte, dann seit gespannt. Wir werden eine beispiellose Kampagne starten, damit Mwanaisha wieder richtig gesund wird.</p>
<p>Ansonsten sind wir fleißige Hobbydoktoren und versorgen täglich kleine und große Wunden. Seit wir Einkaufsmöglichkeiten für Hunderterpakete mit Kompressen und Pflastern entdeckt haben, können wir eine gleichbleibend gute Qualität gewährleisten und der Andrang zeigt, wir sind wirklich gut <img src='http://lala-salama.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Im folgenden Marisa bei der ärztlichen Versorgung von Donald.
<a href="http://lala-salama.de/wp-content/gallery/treatment/treatment.jpg" title="" class="thickbox" rel="singlepic115" >
	<img class="ngg-singlepic" src="http://lala-salama.de/index.php?callback=image&amp;pid=115&amp;width=320&amp;height=240&amp;mode=watermark" alt="treatment.jpg" title="treatment.jpg" />
</a>
</p>
<p><strong>Hängen lassen<br />
</strong>Das ist es, was ein potentieller Sponsor aus UK mit FDB gemacht hat. Der Ökonom aus London tauchte Mitte Januar hier auf und versprach unglaublich viel &#8211; im Grunde versprach er, ein komplett neues FDB aufzubauen. Begeisterung und die scheinbare Gewissheit, dass die Zeit, in welchen Evans die Woche über unterwegs ist, um irgendwie an Geld für Essen ranzuschaffen und für Dinge wie notwenige Renovierungen nichts übrig bleibt, vorbei ist.<br />
Bis März sollte das Dach renoviert sein – ist nicht passiert. Im März wollte ein Freund besagten Ökonoms kommen und einen Zaun um das Gelände ziehen, um Diebstähle zu vermeiden – ist nicht passiert. Er hatte angekündigt, die Schulgebühren für die Hälfte der FDB-Kids in der Secondary School zu übernehmen – ist nicht passiert. Letzteres ist eine wahnsinnige Katastrophe, weil ohne Geld gibt es keine Schule. So trudeln nach und nach alle betroffenen Kinder von den Internaten ein und der Herr in England meint noch nicht einmal, sich irgendwie melden zu müssen. Es geht um eine Summe von 11,6 Millionen (7.000 EUR) für insgesamt 24 Kinder, die FDB niemals alleine aufbringen kann. Was weiterpassiert ist unklar, aber ich finde es eine unglaubliche Schweinerei, die Kinder ohne jedwege Information so hängen zu lassen.</p>
<p><strong>Teufelszeug<br />
</strong>Was in letzter Zeit sehr zugenommen hat, sind sog. Teufelsbefälle. Ich weiß nicht, was es in Wirklichkeit ist, aber hier schieben viele die Anfälle auf Teufel und/oder Dämonen, die die Betroffenen befallen haben. Bisher habe ich es nur bei Mädchen erlebt. Sie verlieren das Bewusstsein, schreien viel und unartikuliert, müssen häufig festgehalten werden. Ich finde es beängstigend, weil halt keine Ahnung habe, was die Leute wirklich haben und wie man ihnen wirklich helfen kann. Die Teufelsversion finde ich doch ein wenig uneinleuchtend.</p>
<p><strong>Haushaltliches</strong><br />
Mit unserer Gast“familie“ haben wir einen Glücksgriff getan. Nicht nur, weil wir nicht als Kostenfaktor gesehen werden, der den Gewinn aus den 150 EUR (250.000 TZS) pro Person, die sie für unsere Unterbringen und Verpflegung bekommen, schmälert.</p>
<p>Aus ganz materieller Hinsicht ist es ein tolles Zuhause. So haben wir einen E-Herd mit Backofen, was es nicht häufig gibt. Vielfach wird überall noch mit dem Holzkohlegrill gekocht. Dieses Privileg macht fast vergessene kulinarische Genüße möglich. So haben wir bereits zwei Mal in Kooperation mit anderen Volunteers unserer hiesigen VIA-Mannschaft Kuchen gebacken. Heimische Rezepte mit exotischem Obst kombiniert sind klasse. Wobei Mango das einzige wirklich exotische ist, da Bananen ja in Deutschland en etwa genauso verfügbar sind wie hier. Birnen und Äpfel ja sowieso. Letztlich bin ich aber absoluter Fan der Mangostückchen. Alles mit Schokolade überzogen. Resultat: sehr lecker! Die letzte Backsession mit Sarah, Alex und David:
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<p>Aber wir können nicht nur gnadenlos mit unserem Herd angeben. Vor zwei Wochen hat Huruma ein neues Auto erstanden – auf Zanzibar. Aus welchen Gründen auch immer, aber solche Dinge sollen auf der Teilrepublik viel günstiger sein. So hat Huruma für den TOYOTA 6,5 Millionen TZS (weniger als 4.000 EUR) bezahlt. Nicht einfach nur ein TOYOTA (die Automarke, die hier im Bereich PKW die Strassen zu mindestens 80 % beherrscht), sondern einer mit einer gewaltigen Bassrolle im Kofferraum, fernbedienbarer Zentralverriegelung, Automatikgetriebe und einem Touchscreen in der Mittelkonsole, welcher theoretisch als Navigationssystem genutzt werden kann. In Ermangelung eines Empfängers und detalierten digitalen Straßenkarten ist das Feature zwar unnutz, aber immerhin kann man DVDs im Auto gucken, oder das Radio mit auf den Bildschirm drücken bedienen.<br />
Letztlich wurde das Auto, da es von Zanzibar erst nach Dar musste und es noch einige Steuern für „Importe“ von Zanzibar auf das Festland gibt, noch ein gutes Stück teuerer und inklusive Versicherung hat es rund 8 Millionen (immernoch weniger als 5.000 EUR) gekostet.</p>
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		<title>Mal wieder was zum Anschauen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 15:05:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jahr weg]]></category>
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		<category><![CDATA[Friends of Don Bosco]]></category>
		<category><![CDATA[Zuhause]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, ich bin fleissig am tippen, jedoch noch nicht fuer diese meine Seite. Der zweite Bericht an VIA e.V. und Brief an alle, die es interessiert und die mich unterstuetzen muss fertig werden. Daher habe ich den neuen Blogeintrag noch ein klein wenig zurueckgestellt.
Um das Warten ein wenig angenehmer zu gestalten, bis der neue Artikel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich bin fleissig am tippen, jedoch noch nicht fuer diese meine Seite. Der zweite Bericht an VIA e.V. und Brief an alle, die es interessiert und die mich unterstuetzen muss fertig werden. Daher habe ich den neuen Blogeintrag noch ein klein wenig zurueckgestellt.</p>
<p>Um das Warten ein wenig angenehmer zu gestalten, bis der neue Artikel hoffentlich im Laufe dieser Woche fertig wird, einige der juengsten Impressionen von Kuchenbacken bis zu naechtlichen FDB-Schnappschuessen.<span id="more-223"></span></p>
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