Alles neu macht der Mai

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Eins zwei drei im Sauseschritt, rennt die Zeit und wir rennen mit. Und so brauchte es wieder mehr einen Monat, bis ich euch hier diesen Artikel präsentiere.
Wenn es so bei diesem Rhythmus bleibt, dann werdet ihr ungefähr drei bis vier weitere hier lesen können und dann ist das Jahr in Tanzania vorbei. Langsam beginnt die Planung, was ich noch machen will, was noch passieren soll. Nächste Woche beginnt der Urlaub mit Bahnreise nach Mwanza an den Lake Victoria und an den Lake Tanganyika in das Städtchen Kigoma. Vielleicht mit kleinem Zwischenstop in der theoretischen Hauptstadt Dodoma. Danach will ich einige ältere Projekte, wie etwa die Regenrinne oder den Volunteerschrank (mehr darüber etwas weiter unten) zu einem guten Ende bringen.
Wenn ab August Marie hier ist, machen wir einen knappen Monat gemeinsam Urlaub, bevor es Anfang September heißt Abschied nehmen, am 9. in das Flugzeig klettern und am 10. wieder in Deutschland sein.
Zurück aus dem Zukunftsausblick in die Gegenwart und nähere Vergangenheit und zu diesem meinem nächsten (bebilderten!) Bericht.

Viel Freude am Lesen von diesem Arbeitsplatz aus:
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Cornflakes und Trikot
Da bin ich auf einmal 20 Jahre alt und von meinen beiden liebenswerten Mitvolunteers habe ich ein cooles Geschenk bekommen. Zum ersten eine Packung Original Kellogs Cornflakes. Wie lange ich schon keine Cornflakes mehr gegessen habe? Schon in ihrer reinen ursprünglichen Form direkt aus der Tüte, ohne Zusatz ein knuspriger Genuß. Nur noch übertroffen von der veredelten Variante mit Bananenstücken und Milch. Letztere ist in Tanzania nicht von überragender Qualität, aber das tut dem herrlichen Geschmackserlebnis keinerlei Abbruch. Ja, ich finde, dass die leichte Kaffeesahnenote durchaus nicht unattraktiv ist.
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Und dazu das Trikot von den Taifa-stars (taifa ist das Kiswaheliwort für Land/Staat). Ein sehr stylisches und kleidsames Tanzaniafussballshirt. Mir fehlen die Worte, um meine Begeisterung angemessen Ausdruck zu verleihen. Zumal das Team nicht schlecht ist, wenn ich an der 2:1 Sieg neulich gegen New Zealand in der letzten Sekunde der Nachspielzeit erinnern darf. Da es leider noch kein Bild von mir im Shirt gibt, könnt ihr euch selbst nicht von dem Anblick verzaubern lassen. Statt dessen: Julius und Marisa.
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Neues aus der Form One(i)
Die Arbeit bei Friends of Don Bosco hat sich ein ganzes Stück gewandelt. Seit ich für sieben Stunden Unterricht pro Woche in der Form One verantwortlich bin, wird ein gewaltiger Teil meiner Kraft und Zeit in Anspruch genommen, die knapp 20 SchülerInnen in History, Geography und Civics zu unterweisen.
Diese Woche haben sie ihre Midterm Examinations geschrieben. Mein Pessimismus bezüglich der Resultate war berechtigt. Wir haben es nicht so richtig geschafft, Lernen und Aufmerksamkeit als wichtigstes neben der bloßen physischen Anwesenheit im Klassenzimmer zu vermitteln.
Es liegt teilweise an unserem vergleichsweise lockeren Unterrichtsstil. Wir geben keine körperlichen Bestrafungen und bis vor kurzem waren die Folgen für ständiges Stören marginal. Nach massiven Ärger mit der (auch nicht immer leisen, aber ältern) Form Four aus dem Nebenzimmer und einer übertriebenen und willkürlichen Bestrafungsaktion seitens eines eigentlich unbeteiligten Lehrers haben wir uns etwas überlegt. Es kann so nicht weiter gehen, da es für uns ebenso anstrengend und unmotivierend ist.
Also gibt es ab sofort – stupide und altmodische – Strafarbeiten. Wer in der Stunde vom Lehrer an die Tafel geschrieben wird, der muss zu Hause einen Satz 15 Mal in Englisch und 15 Mal in Kiswaheli aufschreiben. Macht er diese Hausaufgabe nicht, muss er die Aufgabe am nächsten Tag nach dem Unterricht hier machen – mit doppelt sovielen Sätzen.
Ich verstehe, warum es für viele nicht sonderlich einfach ist, von uns und generell in diesem Bildungssystem unterrichtet zu werden. Besonders ich kann nicht die ganze Stunde auf Kiswaheli halten und theoretisch muss der Unterricht sogar komplett auf Englisch sein. Von den Kids verstehen das aber nur wenige wirklich.
Ich erwische mich dabei, wie ich plötzlich in einer Rolle stecke, die mir vor einem Jahr als ich selbst noch Schüler war, nicht die liebste war. Ich werde zu einem echten Pauker.
Dabei fällt mir auf, wie schwer es ist, eine gerade Linie einzuhalten. In unterschiedlicher Hinsicht. Wirklich objektiv zu bewerten ist schwierig, weil sich zum Beispiel Bemühen schlecht in Punkten ausdrücken lässt, aber doch berücksichtigt werden sollte. Konsequent Quatschen zu unterbinden ist schwierig, weil es teilweise wirkliches Unterrichtsgespräch ist, wo etwas noch mal übersetzt oder erklärt wird. Ebenso sieht bei Tests mit Abschreiben und beschriebenen Händen als Spickerersatz aus. Würde ich jeden bestrafen, der seinen Blick zu weit wandern lässt oder alle offensichtlich vom Nachbarn kopierten Lösungen mit 0 bewerten wäre plötzlich ein Grtoßteil durchgefallen.
Daher schwimme ich ein wenig, was die gerade Linie angeht, die ich bei Lehrern selbst immer gut fand. Bei all den Widrigkeiten, so hat es auf jeden Fall den Effekt, dass ich den Lehrerberuf von seinem Anspruch her mit noch mehr Hochachtung betrachte.

Keine Panik
Auf dem Heimweg von unserem ersten „Hausbesuch“ bei einer Schülerin aus der Form One steigen Julius und ich in den Daladala, der uns bis Kimara bringen soll. Wir warten – kaum den Busbahnhof in Ubungo verlassen – darauf, uns in den fließenden Verkehr einzuordnen. Es ist wie jeden Abend voll im Bus und selbst das Stehen fällt wegen der vielen Leute schwer.
„Es richt ein wenig nach Rauch und mit einem Mal stürmt alles nach draußen; das Auto könnte ja explodieren. Durch Türen und Fenster räumen wir den Bus innerhalb von weniger als 10 Sekunden. Es wird ein wenig am Motor rumgeschraubt und nach und nach steigen die Fahrgäste wieder ein. Julius und ich sind dabei nicht ganz langsam und haben so auf einmal sogar einen Sitzplatz.“
Es war eindrucksvoll. Ich stand ziemlich dicht an der Tür und habe zum Glück keinerlei Widerstand geleistet, als alles in diese Richtung drängte. Einfach mit rausspringen. Einen Maiskolbenverkäufer hat es härter erwischt. Von der Menschenmenge wurde er gegen seinen Grill geschubst, der daraufhin umfiel und der Verkäufer auf ihn. Zum Glück ist ihm aber, soweit ich das beurteilen konnte, nichts ernstes passiert.

Der Müll und die Hygiene
Ursprünglich war dieser Workshop für den 25.2. geplant. Es wurde nichts daraus und wir verschoben den Termin im Wochentakt. Irgendwann wurde dies zu albern und wir ließen das Verschieben bleiben. Aber dann – am 9. Mai sollte das Langzeit-Gedankenprojekt in das reale Centerleben übertragen werden.
Drei Themeneinheiten bildeten den Rahmen unseres Programms. Marisa und ich starteten mit der ersten zur Hygiene und klärten auf welche Dinge nicht in den Mund gehören, warum Wasser kochen gut ist, warum man seine Hände waschen soll und ähnliches. Der zweite Block gehörte Marisa und Julius, die in den Pest studies (zu Deutsch: Schädlingskunde) von Bakerien, Milben, Kakalaken und anderen sympathischen Tierchen.
Zur Auflockerung und -erweckung nach dem ersten Teil spielten wir Kissenrennen, welches, als die Regeln dann verstanden waren, riesig Spaß machte. Die Regeln wurden allerdings am Ende zunehmend freier ausgelegt und das Kissen der eigenen Mannschaft quer durch den Kreis gefeuert sowie das gegnerische Kissen bestmöglich behindert.
Das Mittagessen in der Mittagspause ist erwähnenswert, aufgrund eines Großeinkaufs auf dem Markt in Kimara. Wir haben gewaltige Fruchtmengen erworben und so bekommt jeder zur üblichen ugali na maharagwe-Portion noch einen Fruchtteller. Weil es gut ankam und gesund ist, haben wir uns überlegt, dass wir soetwas öfter machen. Einfach einen Stapel Früchte der Saison erstehen und damit etwas Abwechslung in den Speiseplan bringen.
Am Nachmittag sind Julius und ich dran, um in garbage education über Müll zu referieren. Aufmerksame Leser und Leserinnen dieser Seite werden sich daran erinnern, dass das Bewusstsein für Umweltfragen wenig ausgeprägt ist. Dem versuchen wir ein wenig entgegen zu wirken. Wir weihen sie in das Geheimnis der schwarzen Eimer ein, die wir besorgt haben. Da soll ab sofort der Müll rein, der bisher einfach unter den Tisch gefallen ist.
Soweit ich es nach zwei Wochen Mülleimern beurteilen kann, funktioniert es nicht schlecht. Es sieht immer noch nicht ernsthaft sauber aus, Papier und ähnliches landet trotzdem häufig auf dem Boden. Aber die Eimer werden nicht ignoriert, sondern fleißig gefüllt und regelmäßig geleert.
Kreative Austobephase war der letzte Punkt am späten Nachmittag, wo eine Menge Anti-Müll-Plakate gemalt wurden. Der Höhepunkt der Präsentation war aber unumstritten der Song von Pascal, Rashid und Seleman, den die drei HipHop-Künstler dem Müll widmeten und den Workshoptag stimmungsvoll ausklingen ließen.
Abschließend ausgewählte Impressionen des Tages.

Hali ya hewa
Ja, ich komme nicht umhin auch einmal etwas über das Wetter verlauten zu lassen. Inzwischen ist es wieder weniger bemerkenswert – den Tag über ordentlich heiß und des Nachts, gerade in den frühen Morgenstunden stellenweise recht kühl. Gerade aber den April über bis Mitte Mai war Regenzeit. Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig täglich Dauerregen, aber wesentlich häufiger schwere kurze Schauer und lange Regenfälle als normal. Insgesamt ist es kälter, häufiger bewölkt und der Wind senkt die gefühlte Temperatur nochmals.
Nach Kwa Komba (der Vorort, wo Julius und ich hausen) führt eine theoretisch ganz gut befahrbare Straße. Der Belag besteht aus bestimmten Steinen, die sich ineinander verhaken und letztlich eine recht stabile Oberfläche erzeugen. Darüber zumeist eine unterschiedlich dicke Schicht aus Sand und Staub, die lose darauf liegt. Diese Schicht wird, wenn es regnet, zu einem überaus rutschigen Matsch. Die Strecke führt über einige sehr steile Anstiege und die können verhängnisvoll werden.
Ich bin immer ganz gut hin und zurück gekommen, aber diverse Reifespuren, die in dem Straßengraben münden zeigen: Es geht auch anders. Ich kenne das Phänomen vor allem von den letzten Metern bis zu unserem Haus, wo es über einen Trampelpfad bergab geht und man regelmäßig ins schlittern kommt. Selbst ohne Regen ist es im Dunkeln ein spannender Weg und wenn man dann über den Matsch gleitet, wird es zu einer spannenden Herausforderung für den Gleichgewichtssinn.
Nun, und so sieht Regenkinderbeschäftigung bei FDB aus:

Der Kampf mit dem Pilz
Ich entsinne mich nicht mehr genau, wann zwischen Januar und März ich den Plan mal gezeichnet hatte. Es ist lange her. Der Plan war eine Konstruktionszeichnung für einen Innenausbau des Volunteerschranks.
Der Volunteerschrank ist eine sher gute Einrichtung. Etwa 2 Meter hoch und gute 90 Centimeter breit ist unser Reich. Die von Termiten zum Teil schon verspeisten Türen sind aufgrund dessen zwar recht instabil. Dennoch sind sie mit einem Vorhängeschloss abschließbar und so der Aufbewahrungsort der Wahl, für alle Sachen, die man morgen noch am selben Platz finden möchte.
Jedoch gab es bisher nur ein einziges Regalbrett und für das vielfältige Volunteerzubehör war das zu wenig. Die Stapel waren undurchsichtig und die darin hausenden Ratten fraßen bevorzugt wichtige Papiere und Bücher, beziehungsweise häckselten sie nach Reißwolfmanier in kleine Stückchen. Das war noch am nettesten. Andere Überreste machten weniger Freude, weil sie einen recht unschönen Geruch verströmten.
Gegen die Ratten zogen wir mit zwei Mitteln zu Felde. Zum ersten habe ich Drahtgitter an die Decke und einen Teil der Wand genagelt, wo die Ratten durchschlüpfen konnten.
Zum zweiten haben wir, als die Bauarbeiten (fürs erste) abgeschlossen waren, einmal aufgeräumt. Im unteresten Fach habe ich drei Rattenbabies in einem Nest aus Papier- und Tütenschnipseln gefunden. Was soll man da machen? Letztlich blieb nur Erschlagen, was wenig Freude machte, aber die einzige erwägenswerte Lösung war. Für die nicht zu empfindlichen Leser gibt es ein Bild der Drillinge.
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Damit habe ich den Geschehnissen vorrausgeriffen. Zum Anfang habe ich naürlich ersteinmal Bretter eingekauft, zugesägt, eingepasst, geschliffen und eingebaut.
Nach einwöchiger Arbeit ist alles fertig, kurz darauf eingeräumt und der Schrank schön ordentlich und übersichtlich. Super.
Wenige Tage später kommt Julius von FDB nach Hause – ich war aus privaten Gründen nicht dort – und meint, dass alles neugebaute schimmelt und sogar Bücher und anderes ordentlich angegammelt sind. Schade.
Augenscheinlich war das Holz zu frisch und vielleicht auch etwas naßgeregnet und in der stickigen Atmosphäre eines Schranks hat sich das wunderbar in mehrere faszinierende Schimmelpilze verwandelt.
Also … alles wieder raus, die alte Unordnung ist wieder da und ich etwas ratlos, wie es weitergehen soll.
Eine Woche lang lasse ich die Bretter in der Sonne trocknen, dann schleife ich sie ab (dank Laswai’s Hilfe mit überschaubarem Aufwand für mich) und gerade ist das erste neue Regalbrett in der Testphase, ob der Pilz besiegt ist.
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Bomben in Dar und andere Gewalttätigkeiten
Ich vermute, in Deutschland hat man davon wenig mitbekommen, aber hier war es zumindest kurzzeitig das beherrschende Thema und „Mbagala“ scheint sich als Synonym für irgendetwas gefährliches langsam im Sprachgebrauch festzusetzen.
Was ist passiert? Meine Quellenbandbreite ist etwas beschränkt, aber aus Zeitung und Erzählungen konstruierte ich folgende Version der Geschehnisse am 30. April 2009:
Tanzania hat, wie alzuviele andere Länder auf dieser Erde, eine ordentliche Armee. Dank eines gewonnen Krieges mit dem Nachbarn Uganda in den 70ern geniesst das Militär einen recht guten Ruf, auch wenn inzwischen Stimmen, die Intranzparenz und Korruption bemängeln lauter werden und ihnen scheinbar sogar Gehör geschenkt wird.
Zwar sind die Ausgaben, die der Staat für seine Verteidung investiert gewaltig, aber viel verschwindet und eine Rechenschaftpflicht des Militärs für die Mittelverwendung ist bisher erst in den Anfängen begriffen.
Die neuen braunen IVECO-LKWs und -Busse zeigen deutlich, dass gut Geld da ist. Ich würde behaupten, dass es sich um die modernste Fahrzeugflotte dieser Großenordung in Tanzania handelt. Aber viel Geld versickert irgendwo im Apparat und so ist nicht alles so modern, wie einem der Anblick auf der Strasse vermuten lassen würde. So auch Bestände einer bestimmten Art von Boden-Bodenraketen, womit ich wieder zum eigentlichen Thema komme.
Veraltete Waffen stellen nicht grundsätzlich ein Problem dar, sofern die Wartung ordungsgemäß erfolgt. Eine spezielle Aufgabe ist dies und darum gibt es Spezialisten, die sich damit befassen. Nein, es gab ihn. Nach der letzten Wartung irgendwann in den 90ern ging der betreffende Soldat in den Ruhestand und man versäumte es, einen neuen zu spezialisieren. Das Wartungsinterval verstrich und niemand kümmerte sich um die in der military base in Dar Es Salaam stationierten Raketen.
Ob es einen bestimmten Auslöser gab, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wurden im TV Bilder von Rauchsäulen, Feuerwehr (einer der vier Feuerwehrwagen für die knapp 4-Millionen Einwohnerstadt) und aufgebrachten Menschen sowie brennenden Häusern gezeigt. Einige der Raketen waren unkontrolliert in die Luft geflogen. Nur dank Gottes Hilfe und mutiger Soldaten (so The Guardian on Sunday) nicht alle. Die Auswirkungen hätten verherend sein können. Die Reichweite beträgt irgendetwas über 20 Kilometer. In diesem Radius um den Standort befindet sich das Stadtzentrum, die dicht besiedelsten Wohnviertel, der Julius Nyerere International Airport und der Hafen mit gewaltigen Öl- und Benzinlagern. Zum Glück wurde keiner der Orte getroffen. Am Ende waren rund 25 Menschen tot, mehreren hundert verletzt und etwa 700 obdachlos.
Einige Tage später wurden die restlichen Raketen kontrolliert gesprengt und dieses Riskio beseitigt. Wie es mit anderen Restbeständen ausschaut … you never know.

Gewalt anderer Art gab es in dieser Woche nicht weit weg von unserem Zuhause. Tanzianer sind friedliche Menschen, geduldig und aushaltend. Aber einer der wenigen Momente, wo sie mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig ausrasten, sind Diebstähle. Ein Dieb wurde erwischt, wie er versucht hat, ein Handy zu stehlen. Nicht nur, dass er zusammengeschlagen wurde, was das mindeste ist, was einem dann passieren kann. Jemand holte Lampenöl oder Benzin und übergoß ihn damit. Er wurde angezündet und ist verbrannt. Die Polizei ist Stunden später eingetroffen. Was sie gemacht haben, weiß ich nicht, aber nach einer halben Stunde war sie fertig und festgenommen haben sie garantiert niemanden.
Dieser Art der kollegtiven Selbstjustiz fand ich wahnsinnig erschreckend und die Selbstverständlichkeit, mit der sie hingenommen wird fand ich ehrlich gesagt widerlich.
Das dies ein einzelner Fall ist, möchte ich hier ausdrücklich klarstellen. Nicht jeder Tanzanier zündet Diebe grundsätzlich an!

Die Ziege von der Regierung
Am selben Tag, wo die „Bomben“ explodieren, bekommen wir Besuch von Mitarbeitern aus dem Büro des Vizepräsidenten und des Premierministers. Sie bringen unter anderem 150 kg Zucker mit und eine noch lebendige Ziege. Aus Sorgen vor Diebstahl und weil sie wegzulaufen droht, wird sie kurzfristig geschlachtet, mit einem Bein an einem Baum aufgehängt und sachkundig ausgenommen. Das war überaus interessant und die Bilder wecken vielleicht Interesse selber auch mal eine Ziege auszunehmen. Vielleicht … :)

May the force be with you
Manche behaupten, ich hätte eine Bildungslücke gehabt. Nach dem Schließen der selbigen würde ich das nicht zu 100 Prozent bestätigen wollen, aber ein Lückchen war es schon.
Ich habe den 6-teiligen Science-Fiction Epos Star Wars geschaut. Und nicht jedes Wochenende mal einen der Filme. Nein, alle auf einmal. An einem Freitag ging es gegen 16 Uhr los. „Irgendwann zwischen dem dritten und vierten Film geben Sarah, Eva und Alex auf. Ist bereits zwischen ein und zwei Uhr. Beim letzten Teil bin ich (stolz) der Stein des Anstoßes, doch nicht kurz vor dem Ende – es ist punkt 5 Uhr – aufzugeben und auch noch die letzte Episode zu gucken. Dabei schlafen Julius und David recht dauerhaft ein. Ich habe meine „Schwächephasen“ mit Essen, schwarzem Tee und nicht zu bequemen und schlaffördernden Sitzpositionen überwunden. So halte ich als einziger bis zum Ende, um kurz nach 7 Uhr, durch.“
Und auf nicht unspektakuläre Weise habe ich so mein Bildungslückchen geschlossen.

Verlorene Bilder
Ich kann mir nicht zu allen schönen Bildern einen Text einfallen lassen. Das schaffe ich nicht. Darum ist eine kleine Bildershow am Ende eine gute Möglichkeit, euch mitzunehmen zu Friseur und Freund Ezekiel, posierenden FDB-Bewohnern, Kameraspielen von Arnoldi und zu dem Pflegevogel.

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